Nach der kurzen Nacht hatte der Sohn heute gute Laune. Er stand sogar mit mir auf und ließ sich ein Marmeladenbrot machen, was sonst eher selten ist. Oft ist an feste Nahrung vor zehn Uhr nicht zu denken. Ich frühstückte schnell und übergab die Bagage an meine Frau. Der zweite Workshop-Tag stand an. Der Sohn sagte zum Abschied: „Ich muss das Affen-Getränk dem Zebra geben!“

Wir improvisierten wild tanzend außerhalb der Komfort-Zone zum Einstieg, ich durfte viel zum Thema Poesie machen, wir lernten mal wieder wie man pantomimisch richtig eine Tür aufmacht, sangen Duette und zum Schluss improvisierten wir noch mit echten Erinnerungen, wobei meine halb gelogen war. Ich war zwar wirklich auf einer französischen Schule, wurde aber nie gezwungen Froschschenkel zu essen. Aber ich hatte mir was zum Wort „Frosch“ einfallen lassen müssen.

Ich kam nach Hause aus der geordneten Welt des Theaters und landete mitten im Familienchaos. Meine Mutter war noch zu Besuch. Bei meiner Heimkehr standen alle irgendwo in der Wohnung rum und machten irgendwas. Ich brauchte etwas, um mich zurechtzufinden, aber dann durfte ich kochen und mich beim Gemüse schnippeln entspannen.

Die Kinder badeten, der Sohn machte ausnahmsweise kein Theater beim Haarewaschen, ich tauschte mit meiner Mutter Lektüre-Tipps aus. Der Sohn zeigte mir zum Schlafengehen sein neuestes Spiel: Er prustet einem auf den Hals, fragt: „Welches Tier war das?“ Man sagt so etwas wie: „Gnu? Elefant? Kobra?“ und er sagt: „Ja!“

Er ging schnell schlafen. Morgen wird es spannend: Ich darf zum ersten Mal beide Kinder in die Kita bringen.

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