Abends liefen wir zwischen den beiden Zimmern, in denen die Kinder schlafen hin und her. Eines schrie immer. Der Sohn ist ordentlich erkältet und die Tochter vielleicht auch. Oder sie kriegt mal wieder Zähne. Es hatte etwas von einem Tür-auf-Tür-zu-Theaterstück.

Mittags kamen wir zurück aus dem Schwarzwald. Dort hatten wir noch allen Tieren Tschüss gesagt und im eisigen Wind ein Gruppenfoto mit der Verwandtschaft gemacht. Zu Hause waren beide Kinder außer Rand und Band. Die Tochter bewarf mich mit Essen. Der Sohn war durch seine Krankheit geschwächt und sagte Dinge wie: „Ich brauche verschiedene Nüsse oder so.“

Er geht morgen auf jeden Fall nicht in die Kita. Die Mutter ging nach dem Essen mit den Kindern in die Stadt. Ich konnte noch zwanzig Minuten schlafen, um einen Bruchteil der letzten Nacht aufzuholen.

Danach hatte ich meine erste Theatersport-Vorstellung in der neuen Saison. Und was soll ich sagen? Ich fand es echt toll. Man spielt zwar in einem Saal mit Platz für 350 Leute vor lediglich 70, aber es ist etwas ganz Anderes als auf dem Parkplatz aufzutreten. Ich sah laut meinen Kollegen sehr müde aus, aber das Spielen weckte mich zum Glück auf. Wir spielten im Stil von Stephen King und Tschechow, eine Soap auf dem Gestüt und rappten über das Münzensammeln. Es folgten noch ein Streitgespräch über das Maskentragen, Gebärdendolmetscher, Sprachspiele und zum Abschluss ein Stummfilm über einen Löwenbändiger.

Ich kehrte heim, um meine Löwen zu bändigen und traf auf das eingangs erwähnte Tür-auf-Tür-zu-Szenario. Mal schauen, wie die Nacht so wird.

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