„Was machst du da?“ Ich lugte über den Tischrand, die Tochter zuckte zusammen und sah mich aus großen Augen an. Sie spielte mit dem Parkhaus ihres Bruders und wusste wohl, dass er das nicht mögen würde. Zum Glück war der Sohn schon ein Weilchen in der Kita. Wir frühstückten. Zuerst fütterte ich die Tochter und dann mich.

Wenig später war sie nicht mehr so schüchtern, klaute sich die Zeitung vom Stuhl und begann Fetzen abzureißen, um sie zu verspeisen. Das Frühstück aus Haferbrei und Brezel war ihr wohl nicht reichhaltig genug gewesen.

Ich telefonierte. Sie versuchte fast verzweifelt, sich in das Gespräch einzuschalten und schrie zum Ende fast: „Jajaja! Dadada!“ Sie wird sicher mal großartige Telefongespräche führen. Zwischendurch rastete sie immer aus vor Freude, wenn ich sie an den Familienfotos vorbeitrug. Ich musste deswegen meine übliche Route in der Wohnung ändern, auf der ich sie sonst in den Schlaf trage. Der Flur ist tabu, sonst sieht sie die Fotos und ist sofort wieder wach.

Im Wickelraum, der eigentlich unser Abstellraum ist, zeigte sie auf einmal aufgeregt nach oben: Eine Schachtel im Regal. Es war, als wollte sie sagen: „Wow! Eine Schachtel! Papa? Siehst du das denn nicht? Da steht tatsächlich eine Schachtel! Wahnsinn!“

Zum Glück schlief sie auch zwei mal und ließ mir etwas Zeit zum Durchatmen. Nachmittags holten wir gemeinsam den Sohn aus der Kita ab. Wenn man ihn jetzt fragt: „Und? Was habt ihr gemacht in der Kita?“ sagt er nicht mehr wie früher: „Nix!“, sondern seit Neuestem: „Alles!“ Mehr war nicht herauszubekommen.

Wir waren noch Einkaufen, wobei ich die Hälfte dank der Ablenkung durch die Kinder vergaß. Zurück zu Hause begann ich zu kochen, weil die Kinder so schön ruhig waren, woraufhin sie natürlich sofort anfingen zu streiten.

Zum Glück tauchte die Mutter auf und konnte die Bestien etwas besänftigen. Nach dem Essen ging die Mutter mit dem Sohn nach draußen, um ihn durch Fange spielen noch etwas auszupowern. Ich las der Tochter ihre ersten Bilderbücher vor. Klarer Fall: Tiere sehr interessant. Fahrzeuge gar nicht interessant.

Die Tochter ging schnell schlafen. Der Sohn aber war alles andere als müde und beschäftigte uns noch zwei Stunden. Wenn das so weitergeht muss er einfach nach uns alleine schlafen gehen.

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