Zu Hause – Tag 166

Heute durfte ich ausschlafen. Wobei die Mutter erstmal den Sohn von mir trennen musste, der derzeit im selben Zimmer schläft. Er wollte natürlich auch ausschlafen. Aber es war ausgleichende Gerechtigkeit: Er hatte mich auch um halb sechs geweckt, damit ich ihm eine Milch machte.

Nachdem ich mein Frühstück hinter mir hatte, trug ich die Tochter in den Schlaf. Dummerweise klingelte die Post nur wenig später. Da war sie wieder wach. Ich ließ sie zum Trost in meinem Zimmer ein Taschentuch zerfetzen. Später krabbelte sie auf den Balkon und spielte mit den Sandförmchen. Sie biss vor allem hinein.

Immer wieder durfte ich mit ihr Fotos anschauen. Jedes Foto in unserer Wohnung wird zur Zeit mit „Dada!“ und begeistertem Gelächter quittiert. Ich packte das Fotoalbum des letzten Jahres aus, was zu weiteren Begeisterungsstürmen führte.

Später ging ich mit ihr Brot kaufen und Altglas wegbringen. Sie schlief auf halbem Wege ein. Der Vormittagsschlaf musste ja noch nachgeholt werden. Als wir zurück waren, gingen Mutter und Tochter in die Stadt, um neue Kleidung zu kaufen. Gerade wird täglich irgendein Kleidungsstück der Kinder zu klein.

Ich holte wenig später den Sohn von der Kita ab. Er saß mit einer Erzieherin vor der Tür. Sie spielten „Autos anschauen.“ Zurück zu Hause lag der Sohn Milch trinkend auf dem Teppich, schaute mich sehr ernst an und sagte dann: „Ich brauche ein Auto.“ Ich war erleichtert, als sich herausstellte, dass doch nur ein Spielzeugauto damit gemeint war. Für den Führerschein wäre es etwas früh.

Der Sohn turnte übers Sofa, stützte sich auf Sofa und dem Teil ab, auf das wir unsere Füße stellen, wenn wir auf dem Sofa chillen und sagte: „Ich bin eine Brücke.“ Dann fand er das Fotoalbum, das ich schon mit der Tochter angeschaut hatte. Ich durfte es nochmal vorlesen. Zehn Mal. In dem Fotoalbum war auch ein Bilderbuch abgebildet, das wir schon lange nicht mehr gelesen hatten. Das musste ich auch noch vorlesen. Noch zehn Mal.

Mutter und Tochter kehrten heim, wir aßen schreiend zu Abend, der Sohn drehte noch ein bisschen durch, war aber so müde, dass er seine zweite Milch gar nicht mehr schaffte und dann war Ruhe.

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