Der Tag der Taufe. Ich war sehr optimistisch, was unser Timing anging, und drehte mcih nochmal rum, als der Wecker klingelte. Und ich hatte Glück: Es wurde natürlich trotzdem knapp und hektisch, aber wir schafften es rechtzeitig zur Kirche.

Allerdings waren wir die letzten, was zum Glück niemanden störte. Der Gottesdienst war sehr schön, so weit ich das als Ungetaufter beurteilen kann. Der Organist verstand sein Fach.

Der entscheidende Moment mit der Tochter war sehr lustig. Ich hob sie über das Taufbecken. Sie schaute sehr interessiert den Pfarrer an, der seine Formeln sprach und war noch interessierter, als er ihr Wasser über den Kopf schüttete. Es hat vielleicht geholfen, dass sie so gerne badet.

Irgendwie hatte man das Gefühl, die Tochter verstand, dass sich heute alles um sie drehte und sie fand es sehr gut. Der Sohn rannte nach dem Gottesdienst noch ein bisschen durch die Kirche. Dann ging es zum Essen.

Ein sehr leckeres Menü. Außer den Wespen, die in Massen um den Tisch herumflogen. Irgendwann gewöhnten sich alle daran und reagierten auf sie eher wie auf Fliegen.

Die Nachspeise war eine weiße Creme mit Mohn und Aprikose. Super. Vielleicht lag es auch am Mohn. Danach drehte der Sohn so langsam durch. Meine Nerven waren etwas am Ende vom ständigen Aufpassen, dass er nicht auf die Straße läuft.

Vorher hatte er noch einen Kringel auf ein Blatt gemalt und gesagt: „Hier, ein Überraschungsei!“ Die halbe Verwandtschaft kam noch mit zu uns nach Hause, wo das zweite Dessert dann doch zu viel für die meisten war. Die Omas und Opas kommentierten wohlwollend unseren neuen Schrank und erfreuten sich an der guten Laune der Tochter.

Abends gab es noch sehr gutes Pesto, das wir geschenkt bekommen hatten. Am besten braucht man solche Geschenke immer gleich auf. Der Sohn drehte komplett durch, weil wir seine Puzzles aufräumen wollten. Die Tochter drehte durch, weil der Sohn durchdrehte. Und dann aßen wir. Und dann gingen die Kinder sehr schnell ins Bett.

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