Der Sohn sprang aus dem Bett, anschließend machte er zwei Saltos und tanzte wie Elvis durch den Flur. Okay, ganz so war es nicht, aber im Vergleich zu den letzten Tagen war er um einiges fitter. Wie oft am Dienstag versammelte sich die gesamte Familie im Bad.

Im Prinzip hätten wir da auch gleich frühstücken können. Die Tochter bearbeitete ihr Brotstück und verteilte es um ihren Stuhl herum, während der Sohn alle zwei Sekunden aufstand, um ein Puzzle zu machen, bis er sich dafür entschied, Knuspermüsli zu essen.

Im Anschluss gab ich zum letzten Mal in diesem Semester mein Storytelling-Seminar und war ein bisschen wehmütig. Es hatte sich mit der Zeit ganz gut entwickelt und es wird für immer historisch bleiben. Wobei das nächste Semester, so wie es aussieht, auch online stattfinden wird. Wer weiß, ob ich die Uni je wieder von innen sehe.

Mittags bekam der Sohn eine Aufgabe, nachdem er anders nicht zu besänftigen war. Er räumte Besteck ein und stand dabei auf einem Hocker, um in die Schublade schauen zu können. Er nahm den Job sehr ernst. Fragte: „Ist das ein großer oder ein kleiner Löffel?“ und legte ihn dann in die richtige Schublade. Er räumt Besteck besser ein als ich.

Später durften die Kinder noch raus in Begleitung. Bei der Rückkehr sagte der Sohn halb entrüstet: „Da waren ganz viele Baustellen, aber niemand hat gearbeitet!“ Zum Trost durfte er seine neue Plastikbohrmaschine ausprobieren, die jemand Nettes in die Zu-verschenken-Box im Keller gestellt hatte. Ein Bauarbeiter arbeitete also doch.

Die Tochter robbte fleißig hinterher, um sich auch mal die Maschine zu schnappen, war dann aber auch mit dem Hammer zufrieden, an dem man gut kauen kann. Zum Abendessen massakrierte sie Karotten und Erdbeeren. Der Sohn sagte: „Und jetzt will ich Zähne waschen.“

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