Zu Hause – Tag 128

Der Sohn verbrachte den Vormittag im Schlafanzug. Wenn man krank ist, darf man das. Sein kleiner Schnupfen ist leider über Nacht ein großer geworden. Die Lockdown-Zeit ohne Kita hat mich soweit trainiert, das relativ gelassen zu sehen.

Tochter, Sohn und ich landeten nach einem sehr trägen Vormittag bei einem Mittagessen aus Nudeln und Knäckebrot für den Sohn und Brotkante und Beeren für die Tochter. Das brachte den Sohn immerhin dazu, aus Eifersucht auch Beeren zu essen. Nur hielt es ihn nicht davon ab, vehement nach Schokokeksen zu verlangen.

Die Tochter erkannte, was ich brauchte und versuchte lachend, mich mit Brot zu füttern. Sie selber war so mit Krümeln bedeckt, dass der Sohn sagte: „Sie hat einen tollen Bart.“

Der Nachmittag wurde etwas lebhafter. Der Sohn teilte der Tochter Spielzeug zu: „Nein, das darfst du nicht haben, aber das…“ Er füllte sogar seine Legokiste mit Spielsachen für sie und sagte: „Hier, ein Geschenk für dich.“

Außerdem bestach der Sohn wieder mit stringenter Logik, als er gerade den Reißverschluss eine Sofakissenbezugs öffnete. Ich sagte: „Kannst du das bitte zu lassen?“ Er sagte: „Aber ich habs doch aufgemacht.“

Zur Krönung brachte er mir seinen Eisbären, als alles gerade wieder schön ruhig war und sagte: „Ich habe seinen Schwanz eingecremt.“ Und genau das hatte er auch getan. Den Stummelschwanz des Eisbären eingecremt. Mit Shampoo. Ich wischte ihn ab und sagte, dass so was nicht ginge. Er murmelte nur: „Ich muss doch etwas mit dem Eisbär machen…“

Pünktlich zur Heimkehr der Mutter und dem Abendessen, drehte der Sohn nochmal voll auf, raste durch die Wohnung und rief: „Ich bin eine Renn-Eule!“ Vielleicht wird er ja doch schneller wieder gesund.

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