Zu Hause – Tag 117

Die Tochter aß zum Frühstück Erdbeeren. Danach sieht es immer etwas so aus, als hätte ein kleiner Vampir sein blutiges Mahl zu sich genommen. Sie scheint auch mehr Interesse daran zu haben, die Erdbeeren in ihre Einzelteile zu zerlegen, als sie wirklich zu essen. Der Sohn schloss sich an, zumindest was die Grundsubstanz anging und aß ein Brot mit Erdbeermarmelade.

Noch waren beide krank, aber auf dem Weg der Besserung. Ich spielte Memory mit dem Sohn, was für ihn gerade heißt, die Memorykarten in die Pappform wieder einzufügen, in der sie beim ersten Auspacken noch steckten. Er fügte eine Maus, einen Zug und ein Auto zusammen und sagte: „Die Maus ist in Urlaub. Das ist ein Urlaubsbild.“

Später baute er in meinem Büro eine Absperrung aus einem Kabel. Danach lud er mit dem Kabel sein Dreirad auf. Er ist ganz vorne mit dabei beim Thema Elektromobilität. Die Tochter kommt auf ihren Wanderungen durchs Wohnzimmer immer weiter und zog ihren Stubenwagen durch die Gegend, indem sie sich an eines der Räder hängte.

Nachdem die Wohnung aus meiner Sicht ausreichend bespielt war, wollten wir auf den Spielplatz um einen Freund des Sohnes zu treffen, aber er sagte: „Ich muss arbeiten, weil ich hier bleiben muss.“ Irgendwie überzeugte ich ihn dann davon, dass man auch auf dem Spielplatz Absperrungen bauen kann.

Auf dem Spielplatz waren die Freunde sehr schüchtern und noch gezeichnet von der Erkältung, die inzwischen die ganze Kita einmal durchgemacht hat, wie wir von anderen Eltern erfuhren, die ihre rotzenden Kinder ebenfalls zum Spielplatz brachten.

Es war sehr voll und sehr laut. Der Sohn machte wenig und wollte am Schluss trotzdem auf keinen Fall gehen. Ich überredete ihn und schließlich saßen wir wieder zu Hause und die Tochter aß Erdbeeren.

Als die Mutter von der Arbeit heimkehrte, durfte ich ins Sudhaus, um bei der Open Stage ‚du darfst‘ aufzutreten. Das war sehr schön, weil ich Auftritt und Konzertbesuch in einem bekam und ich verdrückte das ein oder andere Tränchen in Erinnerung an Zeiten, in denen das alles völlig normal und gewöhnlich für uns war. Die kommen bestimmt wieder.

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