Zu Hause – Tag 100

Die Tochter rief mich aus dem Bett, kurz nachdem die Mutter zur Arbeit war. Ich beruhigte sie mit ihrem Luftballon. Die Tochter liebt ihren Luftballon. Man kann die Schnur in den Mund nehmen, auf ihn drauf hauen. Unendliche Möglichkeiten.

Der Sohn verließ sein Schlafgemach zwei Milchrunden später und sagte: „Ich muss mein Dreirad pumpen.“ Nachdem das erledigt war, bauten wir „eine Tankstelle“ im Flur, die so ziemlich aus allem bestand, was in der Wohnung nicht fest angebunden war.

Wir verließen früh das Haus und ruckelten unter brennender Sonne durch die Umgebung. Der erste Spielplatz war der falsche, der zweite auch. Ich legte eine Pause mit Brezel und Stadtbesuch ein. Der dritte Spielplatz war dann der richtige. War auch logisch: War der Spielplatz bei uns um die Ecke.

Dort saßen wir zu dritt auf einer Bank und aßen die letzten Brezelreste. Die Tochter geriet in Verzückung über meine Wasserflasche, auf die man super hauen kann und bekam ein Stück Brezel. Inzwischen reißt sie sich mit dem Mund kleine Fetzen von der Brezel ab und schluckt sie, ohne sich so zu verschlucken, dass man kurz einen Herzstillstand bekommt.

Der Sohn schleppte Steine, ließ seinen kleinen Laster Äste transportieren und dann konnten wir heim. Ich wurde abgelöst und durfte mich den Freuden des Arbeitens hingeben. Die Kinder gingen in Begleitung noch mal zum Spielplatz. Der Sohn aß dort laut Bericht Holz und die Tochter durfte zum ersten Mal mit auf die Schaukel.

Bevor sie losgegangen waren, hatten Babysitterin und Sohn noch einen schönen Dialog. Sohn: „Ich will eine Milch, du musst mir eine Milch machen.“ Babysitterin: „Ich weiß aber nicht wie das geht.“ Sohn: „Du musst es einfach machen!“

Beim Abendessen Krabbelte er fast über den Tisch, um sich seinen von mir gerade konfiszierten Löffel wiederzuholen. Ich sagte: „Wie sagt man da?“ „Betsy bitte!“ „Nein, das heißt nicht ‚Betsy bitte‘, sondern: ‚Kann ich bitten meinen Löffel wieder haben.“ „Kann ich bitte meinen Löffel wieder haben? BETSY BITTE!“

Zumindest schliefen beide Kinder vor neun ein, was ein neuer Rekord ist. Nicht so schlecht für Tag hundert.

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