Zu Hause – Tag 92

„Nicht das Fischoberteil anziehen! Nein!“ rief der Sohn morgens um halb sechs. Wir hatten ihm gestern beim Zubettgehen ein Oberteil mit Fischabbildungen anziehen wollen. Es hatte ihn nachhaltig beschäftigt. Irgendwie schliefen wir nochmal halb ein, bis es um neun hieß: „Ich bin aufgewacht!“

Während die Eltern leicht genervt Frühstück machten, stattete der Sohn die Tochter mit „einem Sehrohr“ aus und kippte den Inhalt zweier Spielzeugkisten über ihr aus. Sie war begeistert. Danach war er etwas beleidigt, dass es keine Kekse zum Frühstück gab, nahm aber stattdessen gerne: „Ein Spiegelei!“

Meine Frau hatte unserem Sohn ein Quartett mit Tierkarten geschenkt. Ich hörte, während ich mein Tai Chi machte, Folgendes aus dem Wohnzimmer: „Mama! Ein Schweinchen!…Mama! Ein Wal!…Mama! Eine Schildkröte!….“ Nach diesem Schema ging es noch zwanzig Tiere weiter. Die Mama nahm es mit Humor.

Die Tochter weitete ihre Krabbelversuche aus und quietschte vor Freude, weil noch alle Spielsachen auf dem Boden verteilt lagen. Sie aß sogar einigermaßen ihren Karottenbrei, ohne alles auf mir zu verteilen.

Der Sohn versuchte sich beim Mittagessen in Sachen Höflichkeit und brüllte: „BITTE MACH SAFT IN MEINE TASSE!“ Im Restaurant würde das noch nicht funktionieren, aber für den Heimbetrieb reicht es. Er war bester Laune, weil er eine Maultasche essen durfte. Eines der wenigen Gerichte, die er ohne zu zögern verschlingt.

Meine Frau hatte noch die Idee, ihm die Mehlwürmer zu zeigen, die ich mir gestern aus einem spontanen Impuls heraus im Supermarkt gekauft hatte. Sie spekulierte vielleicht darauf, dass er es so eklig fände wie sie. Der Sohn aß die Würmer mit Begeisterung.

Das hob meine Laune ein wenig, nachdem ich erfahren hatte, dass unsere Theatersport-Vorstellung heute Abend wegen des Wetters endgültig abgesagt worden war. Meine Frau meinte noch: „Du hättest ja auch behaupten können, es fände trotzdem statt und dir einen netten Abend machen.“ Sie hat erschreckend gute Ideen. Vielleicht komme ich noch drauf zurück.

Auch Abends beim Baden hatte der Sohn noch lustige kulinarische Einfälle. Nachdem er und seine Schwester äußerst feucht und laut gebadet hatten, hielt er sich eine Flasche Body Lotion über den geöffneten Mund. Die Flasche ging auf. Wir konnten ihn davon überzeugen, dass Body Lotion zu trinken keine so gute Idee sei.

Nach ein paar Geschichten über den Bagger Brumm, das Feuerwehrauto Ha und einen Papagei, der ebenfalls Brumm hieß, schlief er in Rekordgeschwindigkeit ein.

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