Zu Hause – Tag 75

„Hallo, ich bin ein Gabelstapler!“ „Ja, guten Morgen, ich freue mich auch, dich zu sehen.“ „Er hat eine Kiste aufgeladen.“ Das war heute der ganz normale Morgendialog zwischen dem Sohn und mir. Nachdem er angezogen war, sagte er noch: „Meine Augen sind nass.“, was wohl als Scherz zu verstehen war, so wie er kicherte.

Den Rest des Tags verbrachte ich alleine mit der Tochter. Während ich noch einen wichtigen Film drehen musste, machte sie das, was sie schon kann: Sich beschweren oder vor Freude jauchzen. Von der Lautstärke her kommt es aufs selbe raus.

Außerdem sieht es so aus, als würde die Kleine so langsam krabbeln lernen. Es wird also wieder Zeit, die Wohnung abzusichern. Nicht so einfach, wenn man auch noch einen Sohn hat, der die ganze Zeit verschluckbare Kleinteile in jedem Winkel der Wohnung verteilt.

Wir machten das Beste aus dem Tag. Die Tochter durfte wippen, während ich Film dreht und ist jetzt vielleicht auch ein bisschen auf der Tonspur. Zum Einschlafen sang ich ihr Jazz-Standards vor. Als das nichts half, noch ein bisschen Johnny Cash. Beim „Folsom Prison Blues“ schlief sie dann ein.

Wir schafften es sogar noch, einkaufen zu gehen. Auf dem Heimweg erzählte sie mir eine wirklich lange Geschichte. Sie plapperte pausenlos. Ich bin wirklich gespannt, wie das wird, wenn sie sprechen kann.

Schließlich kehrten auch Mutter und Sohn wieder heim. Der Sohn hatte tagsüber ein bisschen geschlafen und war nun fit genug, um die Wohnung einzureißen. So ungefähr hörte sich das an, was er so machte. Vor allem ließ er seine Holzente über den Boden rattern und klopfte mit dem Stab, an dem die Ente ursprünglich mal fest gemacht war, überall dagegen. Zwischendurch rannte er auch mit seinem Kopf gegen andere Familienmitglieder. In der Kita wurde uns früher mal gesagt, das sei normal und ein Zeichen der Zuneigung.

Der Sohn testete noch diverse Lichtschalter auf ihre Funktion, sagte: „Ich bin eine Mandelfrau.“ und später beim Verzehr von Mangostücken rief er ansatzlos: „Mangomolch“. Dann war es Zeit ins Bett zu gehen und zwei Stunden später war er dann auch schon eingeschlafen.

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