Zu Hause – Tag 53

Der Sohn scharrte mit den Füßen heute. Er durfte wieder mal einen längeren Ausflug aufs Land machen. Die letzten Male täuschte er noch vor, keine Lust zu haben, um es spannend zu machen. Diesmal fragte er bei jedem Geräusch: „Kann ich jetzt los?“

Ich hatte also einen Tag allein mit der Tochter, oder wie ich sie seit heute nenne: Das Kind, das niemals schläft. Das Konzept des Schlafens scheint nicht mehr so spannend zu sein. Kaum legt man sie hin und denkt: Jetzt mache ich mal irgendwas Sinnloses! – Wacht sie wieder auf. Außerdem hatte sie ganz ausgezeichneten Appetit. Immerhin bekam sie einen Lachanfall, als ich sie an einer Paprika lutschen ließ. Ich weiß nicht, was sie dachte, vielleicht: „Haha! Jetzt glaubt er noch, dass ich so was später mal gerne esse!“

Nach einigen Runden im ewigen Kreislauf aus trinken und schlafen gingen wir in die Stadt. Meine Maske findet sie zum Glück lustig. Ich sah auch eine Frau, die statt einer Maske eine Plastikscheibe vorm Gesicht hatte. Es wirkte ein bisschen wie die helle Seite von Darth Vader.

Abends waren wir alle wieder vereint. Der Sohn hatte viel erlebt. Unter anderem hatte man ihm vorgeschlagen, auf den Spielplatz zu gehen. Er sagte dazu: „Aber das darf man doch nicht. Der ist doch abgesperrt.“ Morgen probieren wir das nochmal.

Zum Ausgleich hat der Sohn einfach den Flur mit Lego und Kissen abgesperrt. Irgendwas muss man ja absperren.

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