„Ich will Käse. Ich bin doch eine Maus.“ so begann der Tag beim Frühstück und wir waren froh, dass die Maus auch noch ein paar Beeren aß und außer Süßigkeiten überhaupt mal feste Nahrung zu sich genommen hatte. Den Rest des Tages stand Milch hoch im Kurs. Der Sohn ist neidisch auf die Tochter, schätze ich. Wobei sie umgekehrt inzwischen anfängt zu weinen, wenn sie beim Essen nicht auch irgendwas bekommt, auf dem sie rumkauen kann.

Ich war die meiste Zeit des Tages mit den Kindern allein und ich kann voll Stolz verkünden: Wir haben es um 17 Uhr das erste und einzige Mal geschafft, die Wohnung zu verlassen. Mehrere Versuche rauszugehen wurden von Bemerkungen wie dieser unterbunden: „Wir können nicht raus. Du bist ins Feuer geplumpst. Du musst warten. Dann kommt ne Walzengrütze, die hebt dich auf.“ Ich wartete also auf die Walzengrütze.

Der Sohn hatte sowieso einen fantasiereichen Tag. Er erzählte mir von Huhn, Katze und Bär, die in einer Wohnung leben und ich musste ein bisschen an meine alte WG denken. Seine Schwester „rettete“ er mit dem Wäschezuber als Rettungsboot, indem er sie mit einem Schlauch, also einem Stillkissen zudeckte.

Beim Abendessen sagte er auf einmal unvermittelt: „Hallo Apotheke!“ und im Badezimmer brachte er dann den Spruch des Tages: „Lass das bitte sein, du bist doch noch so klein.“

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