Zu Hause – Tag 35

So langsam haben die Leute, glaube ich, keine Lust mehr. Also mit „keine Lust“ meine ich, noch exorbitant viel weniger Lust als vorher. Draußen ist immer mehr los. So ein bisschen nach dem Motto: Jetzt wollen wir mal sehen, ob die Zahlen wirklich wieder hoch gehen, wenn wir ein bisschen mehr unterwegs sind.

Wir haben heroischerweise heute den Versuch unternommen, endlich den Schrank aufzuhängen, der schon seit Monaten bei uns im Flur liegt. Die größte Hürde, das Löcher bohren, wenn zwei Kinder dabei sind, haben wir genommen. Dann entdeckte ich, dass ich die Rückwand noch nicht festgenagelt hatte und es Mittagszeit war und damit der falsche Zeitpunkt, um das große Hämmern anzufangen. Wird wohl eher morgen was, oder beim nächsten Lockdown.

Während die Kinder und die Mutter Pfauen und Hasen und Kühe besuchten, habe ich mich noch der Bürokratie gewidmet. Wieder so ein paar Dinge halb erledigt, die ich vor Monaten schon ganz erledigen wollte.

Beim Abendessen offenbarte unser Sohn wieder seine ausgfeilten Sprachkenntnisse, als er auf die Frage: „Möchstest du noch Fleisch?“ Sehr souverän für seine zwei Jahre antwortete mit: „Danke, nein.“ Natürlich nicht ohne zwei Minuten später vehement nach Fleisch zu verlangen.

Und dann noch die Erkenntnis des Abends. Der Kleine bekommt inzwischen auch immer mehr mitt, was los ist. Er hat es ziemlich auf den Punkt gebracht und sagte: „Corona ist nicht nett.“

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