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1–2 Minuten

Heute morgen ist es passiert. Ich schaue aus dem Fenster. Der Hausmeister hämmert einen Pflock in den Boden. Er spannt ein Flatterband. Um den Sandkasten, der bei uns im Hof ist. Damit war dann die letzte Hoffnung auf so eine Art Spielplatz dahin. Spielflächen in Höfen oder so dürfen nämlich auch nicht mehr benutzt werden. Unser Sohn fand das gar nicht lustig. Dabei war ihm der Sandkasten da draußen noch vor einer Woche von Herzen egal. Da hatte er auch noch die Auswahl zwischen drei Spielplätzen. Schon ein bisschen hart. Vor allem ist er gerade das einzige Kind hier im Haus, das da spielen könnte. Wir bräuchten wohl eine Spiel-Ausnahmeerlaubnis.

Dafür hat er sich dann zehn Minuten später ein neues Wort ausgedacht. Die Kombination und logische Steigerung von „Juhu!“ Und „Hurra!“ – Sie lautet: „Jurra!“

Heute war so ein Overkill-Tag. Beide Kinder heulen die ganze Zeit. Und wir Eltern auf unsere Art auch. Die Blicke, die wir uns zuwerfen reichen als Kommentar zur aktuellen Situation vollkommen aus.

Gerade überlege ich, ednlich mal Jean Genet zu lesen, der hat seine Bücher ja meistens im Gefängnis geschrieben. Wenn die strengeren Ausgangssperren kommen sind wir ja nicht mehr weit davon weg. Für uns macht es wahrscheinlich gar nicht so einen Unterschied.

Mich erreichen immer mehr Nachrichten von Leuten, die jetzt Sachen online und per Video anbieten wollen. Bald kann man sicher auch online gegen jemand Tischtennis spielen.

Ich lese gleich weiter „Gegen den Tag“ immerhin kommt da ein Hund vor, der Bücher liest. So fühle ich mich.

Ach ja, und die letzte familieninterne Schlagzeile des Tages: Bienerine muss in die Quatschmaschine.

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