Zu Hause – Tag 1

Heute war der erste Tag zu Hause. Gestern kamen wir aus dem Urlaub zurück. Anfang der Woche sagten wir noch halb im Scherz: „Hmm, nach Österreich fahren jetzt?“ „Ja klar. So schnell wird sich das Ganze schon nichts ausbreiten.“ Da hatte ich noch das Gefühl, dass das vielleicht alles noch glimpflich ablaufen könnte.

Während der Woche häuften sich dann die Nachrichten. Bis Donnerstag war aber immer noch alles halbwegs überschaubar. Dann die erste Nachricht: Eine Veranstaltung in Esslingen muss abgesagt werden. Na gut. Einen Tag später: Alle Veranstaltungen bis Ostern sind abgesagt. Einfach alle.

Am Samstag, Tag der Abreise: Oha! Wir kommen jetzt offiziell aus einem Risikogebiet. Bei der Abfahrt immer noch das Gefühl: Wenn wir nicht immer auf unser Smartphone gucken würden, hätten wir davon gar nichts mitbekommen. An der Grenze dann ein blinkendes Schild: „Bitte zwei Wochen zu Hause bleiben! Sie kommen aus I, A, CH!“

Zumindest ist das mit den zwei Wochen zu Hause bleiben dann doch nicht so streng, wie ich dachte. Das ist mehr so eine Art Vorschlag.

In Österreich waren wir nochmal einkaufen. Da waren die Regale voll. Keine Spur von Hamsterkäufen.

Immer wieder denke ich: Das ist nur ein Traum. Ich habe in meinem Leben zu viele Filme gesehen, in denen so was passiert, und jetzt träume ich von einer Pandemie.

Mit zwei kleinen Kindern ist man ja sowieso schon sehr häuslich. Das wird jetzt einfach noch mehr. Ich bin so selten in der Stadt, dass ich immer noch nicht sicher bin, ob sich da irgendwer einen ganz komischen Scherz mit mir erlaubt, indem er einfach alle Medien manipuliert und mir seltsame Bilder von leeren Regalen schickt.

Vor dem Urlaub hatte ich mir eine neue Lese-Challenge vorgenommen: „Gegen den Tag“ von Thomas Pynchon und „Die Liebeshandlung“ von Jeffrey Eugenides, nachdem ich noch dabei war, „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara zu Ende zu lesen. Die werde ich jetzt schneller durchhaben als erwartet. Die nächsten Tage mehr zu meiner Lektüre.

Ansonsten: Wie immer – die Butter wird knapp. Der Parmesan ist alle.

1 Comment

  1. wir waren gestern auch noch schnell in Österreich drüben, bevor die Grenzen dicht werden, wer weiss wann das nächste mal sein wird…ja, ich fühle mich auch in einem Film, in einem schlechten….

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