Cowboy und Indianer II

Dachte, ich lasse meinen kleinen Erzähler noch mal in die Prärie aufbrechen:

„Heute wieder so das kleine Stahlross Mr. Threewheels durch die Steppe der Vorstadt geführt, als mir auf einmal ein Stammesgenosse über den Weg läuft! Ein echter kleiner Sioux! Also klar, so echt wie er eben hier im Dorf sein kann. Ich ihn gleich angehauen: Bruder! Was führt dich in diese Einöde, der der weiße Mann gerade das letzte bisschen Leben raubt? Er so: Was? Hä? Bin Timmy, meine Kumpels und ich spielen halt Indianer und so..

Ich ihm gleich erklärt, dass man das nicht spielen kann. Das ist eine Entscheidung fürs Leben! So wie Onkel Jürgen mit der Ledermütze, der auch immer irgendwie von der wichtigsten Entscheidung in seinem Leben spricht. Seit er mit dieser Mütze rumläuft und nicht mehr bei Tante Klara wohnt, redet er immer von irgend so ner Entscheidung und seine Augen glänzen wie der Morgentau.. Auf jeden Fall, ich also erst mal Timmy über seine indianische Identität aufgeklärt und seine Federn ein bisschen geordnet.

Dann führt er mich doch tatsächlich zu seinen Kumpels! Ein ganzer Stamm! Mindestens fünf Leute oder so. Ich gleich mal eine Rede gehalten, dass jetzt Schluss ist mit dem ziellosen Herumirren in der Prärie und dass ich jetzt ihr Häuptling und ihr Medizinmann werde, damit der Laden wieder auf Vordermann kommt. Haben auch alle freudig akzeptiert, bis auf Herbert, der dachte, er wäre doch der Häuptling. Hat aber keine Ahnung von unseren Bräuchen und so beschloss ich, dass wir ihn leider alleine in der Prärie zurücklassen müssen, damit er erst mal wieder im Zwiegespräch mit Manitu zu sich finden kann.

Dann gleich der nächste Tagesordnungspunkt: Es gibt Krieg! Ja, die Jahre der Knechtschaft sind vorbei! Der weiße Mann soll bluten! Ganz klar, unter meiner Führung greifen wir den weißen Mann, also die Clique von Günni an, acuh wenn die anderen meinen, die wären doch viel größer als wir, aber ich vornewg und ihnen erklärt, dass wir naturverbunden sind und geheime Kampftechniken beherrschen, ohne es selber zu wissen, also mit Kriegsgheul drauf auf den weißen Mann!

Ja, kam mir dann schon ein bisschen blöd vor, wie ich da alleine vor den 10 weißen Männern mit ihren Lederjacken stand. Hab die Prügel dann als Initiationsritual begriffen. Bin eben doch ein Häuptling ohne Stamm, gezwungen hier unter den Bleichgesichtern zu leben… Dann zum Essen nach Hause, Mama hat mir ein paar Pflaster draufgemacht… Für eine Weiße ist sie echt ganz nett…“

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