Shitstorm Therapie

Der Shitstorm tobt, die Welle rollt,
fast schon egal, wer welchem grollt.
Du loggst dich ein und ziehst’s dir rein,
dann denkst du: Ach, ich armes Schwein,
die andern liked man, hier nur Hater
nur weg hier, zwei Sekunden später,
schaust du noch mal, ein Hoffnungsschimmer
und dann ist es noch viel schlimmer.
Da bleibt nur eins: Realität,
das Internet ist auf Diät.
Und du kommst runter in den Garten,
wo ungelikte Pilze warten,
die in den untern Erdgefilden
ihr eignes feines Netzwerk bilden.
So haust du nach der Online-Panne
nun endlich auch wen in die Pfanne.

Stilfragen

Man muss schon auch mal über den eigenen Stil ein bisschen nachdenken. Manche Leute meinen ja so ungefähr, man sollte doch gefälligst versuchen, nicht ganz so viele Füllwörter zu benutzen, zum Beispiel. Ich fühle mich davor aber doch ganz ordentlich gefeit. Ich schreibe eben so ein bisschen wie mir der Schnabel gewachsen ist und will ja gerne einfach das ungefähr wiedergeben, was so in meinem Kopf teilweise vorgeht. Da ist es eben auch so, dass meine gedanken gerne mal irgwendo ein bisschen verweilen und mehr oder weniger nichts passiert. Da setze ich dann öfters ziemlich überflüssige Wörter rein.

Man kann kürzen. Nur das Wesentliche sagen. Viel bleibt nicht übrig. Nur schlanke Gedanken:

Zumindest Redewendungen verhunze ich eher selten. Ich schreibe nie so etwas wie:

Man darf den Mund nicht zu voll nehmen, wenn einem gerade das Kotzen kommt.

oder:

Man sollte erst mal eine Nacht drüber schlafen, bevor man das Plumpsklo durch ein moderneres ersetzt.

oder:

Die Jungs von der Raumstation ISS leben ja nicht hinterm Mond.

Ich benutze Redewendungen einfach nicht.

Ich könnte sicher noch eine ganze Reihe von Fehlern aufzählen, die man beim Schreiben so machen kann, wenn ich mir mal gemerkt hätte, was ich sonst noch so falsch mache. Hab ich aber nicht. Da hilft in der Zukunft nur Selbstbeobachtung, aber die steht auf einem anderen Blatt.