Mit der Schweinegrippe wird es immer schlimmer. Könnte sein, dass die Finanzkrise sich damit schon bald von selber erledigt. Felix Magath hat für die Zeit danach angeblich schon vorgeplant und könnte jetzt dafür bestraft werden. Nach Schalke wechseln! Wo man gerade die Schale fast in Händen hält! In Zeiten wie diesen muss man eben nehmen was kommt.

Wolfsburg mag heute noch top sein, aber was, wenn die halbe Mannschaft nächste Saison mit Grippe im Bett liegt? Oder VW von der Krise erfasst wird und der Verein den Bach runtergeht? Da geht man doch lieber gleich zu einem Verein, der sich von Gasprom sponsern lässt. Gas wird es wohl noch eine Weile geben. Nur fallen gerade die Preise. Und jetzt?

Jetzt kann nur noch einer helfen: Obama. Bei dem scheint ja trotz allem alles gut zu laufen. Selbst in Zeiten wie diesen lächelt er noch, ohne Magathsche Verschwörungstheorien zu verbreiten. Yes we can! Das ist und bleibt das Motto unserer Zeit, das mir gestern auch von der Trennwand einer Uni-Toilette entgegenlachte. Ja, wir können! Leider sind wir nichts! Im Prinzip ist ja auch dieser Slogan „Yes we can!“ ein Sinnbild der leeren Versprechungen, die die Finanzkrise auslösten. Da spekulierte man auch mit falschen Vorstellungen.

Hoffen wir, dass es bei der Scheinegrippe ähnlich ist. Felix Magath darf dann machen, was er will. Hauptsache, es passiert was, das man hier verlinken kann.

Kaum ist die EM vorbei, geht es wieder los: Mit der Tour de France! Für die etwas Jüngeren unter uns:

 Die Tour de Framce war einmal das wichtigste Radrennen der Welt. Radfahren ist ganz schön anstrengend. Deshalb hatten ein paar Leute eine ganz tolle Idee: Sie gaben den Fahrern ein paar lustige Pillen, die es einfacher machten. So wurde die Tour de France auch immer spannender, weil die Fahrer auf einmal auch viel schneller fahren konnten. Das Fernsehen begann, die Tour de France zu zeigen und viele Firmen entdeckten, dass man auf Radfahrern ganz toll Werbung machen kann.

Die kleinen lustigen Pillen wurden immer lustiger und mit der Zeit kamen auch noch lustige Spritzen und ulkige Blutbeutel dazu. Das war natürlich ganz schön eklig und deshalb redete man nicht so viel über die Pillen und Beutelchen und Spritzen. Die Fahrer wurden immer noch schneller und ganz heimlich trugen die Ärzte wie ein paar fleißige Heinzelmännchen untereinander ihren eigenen Wettkampf aus.

Dann passierte etwas ganz Blödes: (mehr …)

Alle schauen gebannt dem heutigen Abend entgegen, an dem sich entscheiden wird, ob das Wechselbad der Gefühle noch einmal zur richtigen Seite umkippt oder am Ende die Spanier ihrer ewigen Geheimfavoritenrolle endlich einmal gerecht werden. Schön wäre beides, wenn man es nüchtern betrachtet. Aber wer tut das schon? Man wünscht sich eine deutsche Mannschaft als Sieger, die zwar nicht immer schön, aber meistens leidenschaftlich spielte und im übrigen im Gegensatz zu den meisten anderen Mannschaften ihre Spiele in der regulären Spielzeit zu beenden pflegte, anstatt wie sonst früher gerne dem Elfmeterschießen entgegenzumauern.

Eine Frage bringt nun noch mehr Unsicherheit ins allgemeine Nägelkauen. Michael Ballack hat Wadenprobleme und alle Welt fragt sich: Wird er spielen? Die Antwort ist: Nein! Wird er nicht! Er wird nicht spielen, er wird sich egal in welchem Zustand schreiend über das Spielfeld schleppen und zur Not mit wütendem Blick im Mittelkreis stehen bleiben. Wer soll ihn denn ersetzen? Kahn hätte man da noch spielen lassen können, einfach des mächtigen Organs wegen.

Wenn alles nichts hilft, wird man wohl nicht umhin kommen, ausnahmsweise mit zwölf Spielern anzutreten. Aber mal ehrlich: Ist Ballack nicht auch schon tausend Mal heftigst kristisiert worden? Könnte es nicht auch ein Vorteil sein, wenn die zwei Spieler, die zur Manndeckung gegen Ballack bei den Spaniern eingeteilt wurden, auf einmal keine Aufgabe mehr haben?

Lassen wir die Kaffeesatzleserei, schon allein, weil jeder Kaffee das Herz in noch größere Unruhe versetzen würde.