Die Zukunft – Zielscheibe aller Slogans

Mit der Schweinegrippe wird es immer schlimmer. Könnte sein, dass die Finanzkrise sich damit schon bald von selber erledigt. Felix Magath hat für die Zeit danach angeblich schon vorgeplant und könnte jetzt dafür bestraft werden. Nach Schalke wechseln! Wo man gerade die Schale fast in Händen hält! In Zeiten wie diesen muss man eben nehmen was kommt.

Wolfsburg mag heute noch top sein, aber was, wenn die halbe Mannschaft nächste Saison mit Grippe im Bett liegt? Oder VW von der Krise erfasst wird und der Verein den Bach runtergeht? Da geht man doch lieber gleich zu einem Verein, der sich von Gasprom sponsern lässt. Gas wird es wohl noch eine Weile geben. Nur fallen gerade die Preise. Und jetzt?

Jetzt kann nur noch einer helfen: Obama. Bei dem scheint ja trotz allem alles gut zu laufen. Selbst in Zeiten wie diesen lächelt er noch, ohne Magathsche Verschwörungstheorien zu verbreiten. Yes we can! Das ist und bleibt das Motto unserer Zeit, das mir gestern auch von der Trennwand einer Uni-Toilette entgegenlachte. Ja, wir können! Leider sind wir nichts! Im Prinzip ist ja auch dieser Slogan „Yes we can!“ ein Sinnbild der leeren Versprechungen, die die Finanzkrise auslösten. Da spekulierte man auch mit falschen Vorstellungen.

Hoffen wir, dass es bei der Scheinegrippe ähnlich ist. Felix Magath darf dann machen, was er will. Hauptsache, es passiert was, das man hier verlinken kann.

Verrückt: Brite küsst Angela Merkel!

Die Bild hat heute sehr interessant über Angela Merkels Besuch in Großbritannien berichtet. Gordon Brown, der englische Premier, habe Angela Merkel geküsst, stellt man dort heute atemlos fest. So unterkühlt seien die Briten also gar nicht. Natürlich nicht! Möchte man da der Bild zurufen, die offenbar sonst nicht viel Interessantes über diesen Besuch zu berichten wusste. Es soll ja vor 20 Jahren schon mal vorgekommen sein, dass ein Brite eine Frau geküsst hat, aber das ist natürlich nur eine Legende.

Die Wahrheit sieht wesentlich drastischer aus. Inzwischen küssen die Briten nicht nur alle 20 Jahre eine Frau. Nein! Sie tun es ständig! Alle Welt fragt sich bangend, ob nun das Ende der Welt gekommen sei. Die Briten, die sonst nur mit Fahnen und gehörigem Abstand miteinander zu kommunizieren pflegten, suchen auf einmal Körpertkontakt. Inzwischen sind sämtliche Dämme gebrochen. Wer weiß, was Gordon Brown noch so alles mit Angela Merkel angestellt hat, nachdem die Kameras keine Beweise mehr festhalten konnten. Vielleicht hat er ihr auch noch die Hand gegeben.

Angela Merkel reagierte natürlich ganz weltmännisch auf diese Situation und ließ sich einfach küssen. Als sei es einer von uns gewesen. Als Deutsche ist sie da ja einiges gewohnt, wo man doch hierzulande alles andere als unterkühlt ist und sich ständig irgendwohin küsst, wenn einem so danach ist. Es fällt ja eigentlich keinem mehr auf. Die Kassiererinnen im Supermarkt sind es längst gewohnt, von jedem Kunden fast erdrückt zu werden und reichen gerne Taschentücher, wenn einer aufeglöst vor ihnen unter Tränen der Dankbarkeit zusammenbricht.

Die Queen soll sich auch von ihrer nettesten Seite gezeigt haben. Sie sagte, sie freue sich sehr über das Wiedersehen mit ihrem alten Bekannten Roman Herzog.

Ist Porno Kunst oder Kunst Porno oder doof?

Die Bild hat mal wieder eines ihrer Pamphlete über die Gegenwartskunst veröffentlicht. Diesmal geht es um die Düsseldorfer Ausstellung „Diana und Actaeon – Der verbotene Blick auf die Nacktheit.“ Hier werden durchgehend Werke gezeigt, in denen nackte Frauen (von Männern war nichts zu sehen) in allen möglichen Formen und Farben dargestellt wurden. So weit so gut. Die Bild gibt sich jetzt aber ganz weltmännisch und verurteilt nicht etwa die Ausstellung an sich, was ja auch etwas seltsam gewesen wäre, wo sie doch selber immer ihr Mädchen auf Seite eins veröffentlicht, wobei die Bidl natürlich nicht behauptet, dass das Kunst sei, aber so philosophisch geht es in dem Artikel dann doch nicht zu.

Nein, die Bild stellt fest, es sei ja völlig in Ordnung, nackte Frauen zu zeigen, so lange das auch schön anzusehen sei, ich glaube es fällt sogar das Wort „geschmackvoll“, bei dem ich mir unwillkürlich Graf Dracula vorstelle, der seinem Diener sagt, die letzte Jungfrau, die er ausgesaugt habe, sei durchaus geschmackvoll gewesen. Was nun laut der Bild gar nicht geht, ist wenn auf den Bildern nicht ganz liebe süße Frauen gezeigt werden, die rein zufällig nichts anhaben, sondern gefesselte Frauen, Frauen, die sich selbst befriedigen oder ihre Tage haben und das in Großaufnahme.

Das sei nämlich keine Kunst, sondern Pornographie. Weiterlesen „Ist Porno Kunst oder Kunst Porno oder doof?“

Nachrichtenüberblick

Sarah Palin fürchtet allein für eine mögliche Niederlage der Republikaner bei der US-Präsidentschaftswahl verantwortlich gemacht zu werden – keine Angst, Joe den Klempner wird auch ein großer Teil der Schuld treffen, nur McCain nicht, der war den Wahlkampf über einfach nicht zurechnungsfähig.

Finanzminister Steinbrück warnt angeschlagene Banken davor, sich aus Eitelkeit nicht aus dem Rettungspaket der Bundesregierung zu bedienen. Es sei doch viel besser, offen einzugestehen, dass man einen Fehler gemacht habe, als einfach alles hinzuschmeißen – Interessantes Statement für einen Politiker.

Michael Ballack entschuldigt sich für seine Attacken auf Jogi Löw, er habe den Trainer nicht persönlich angreifen wollen – Er wollte nur Spielern den Rücken stärken, die das besser machen als er.

Madonna hatte mit Guy Ritchie Sex nach dem Terminkalender – Zumindest ist das weniger anstrengend als Sex nach dem Kama Sutra zu haben.

Die Bayern haben es endlich mal geschafft unter Klinsmann ein Spiel zu drehen und aus einem 0:2 gegen Wolfsburg noch ein 2:4 gemacht. – Klinsmann hat den Spielern einfach in der Pause gesagt, dass im Falle seines Rauswurfs Magath wieder Trainer bei Bayern würde, das war dann Motivation genug.

Zwölfjährige zwingt Zugbegleiterin zu drastischer Maßnahme

Wie man bei der Süddeutschen lesen kann, hat eine zwölfjährige Cellistin eine Zugbegleiterin in eine üble Lage gebracht. Nicht genug damit, dass sie sich mit einem Instrument durch den Zug bewegte, für das man eigentlich extra zahlen müsste, weil es mehr Platz wegnimmt als seine Trägerin, nein, die junge Dame besaß tatsächlich die Unverfrorenheit, ihren Geldbeutel zu vergessen.

Auf den Kinder-Unschulds-Bonus vertrauend eröffnete sie der Zugbegleiterin ohne mit der Wimper zu zucken, dass sie keine Fahrkarte dabei habe. Sofort baten Mitreisende ihre Hilfe an. Sieg auf der ganzen Linie für die juhendliche Delinquentin? Nein! Dank der pflichtbewussten Zugbegleiterin wurde Schlimmeres verhindert und das schusselige Gör des Zuges verwiesen. So konnte sich die Musikantin auf dem fünf Kilometerlangen Heimweg mal ein bisschen Gedanken machen. Die vergisst ihren Geldbeutel sicher nicht mehr so schnell.

Es erheben sich nun entsetzte Stimmen, die der Zugbegleiterin Herzlosigkeit vorwerfen. Das ist doch Quatsch. Dankbar müsste man ihr sein! Schließlich ist es eine hohe Ehre von der Deutschen Bahn befördert zu werden. Der Fahrpreis, den die Jugendliche dank fehlendem Portemonnaie nicht entrichten konnte ist ja eher als eine Art symbolischer Beitrag zu verstehen, der bei weitem nicht dem wirklichen Wert der fahrt entspricht.

Jetzt mal im Ernst: Die Geschichte ist so verrückt, dass ich sie erst für einen Aprilscherz gehalten habe. Was ich jetzt aber noch weniger verstehe: Wie schafft es eine Zugbegleiterin, ein Mädchen aus dem Zug zu schmeißen, ohne dass einer der Fahrgäste eingreift, die dem Mädchen doch vorher noch die Fahrkarte zahlen wollten? Situationen wie diese lassen mich ernsthaft daran zweifeln, dass die Welt da draußen nicht einsturzgefährdet ist.