Der Gleitschirm

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Als ich heute morgen aus dem Fenster schaute, offenbarte sich mir der Anblick eines Gleitschirms. Oder vielmehr eines Gleitschirmfliegers. Wobei man von ferne natürlich nicht weiß, ob der Gleitschirm auch wirklich bemannt ist, er könnte ja auch ferngesteuert sein, mit einer Gleitschirmdrohne zum Beispiel.
Der Gleitschirm durchmisst die Weite der Luftströmungen, die Viefalt der Atmosphäre und tut nichts, als sich ihren Auftrieb zunutze zu machen. Ein bescheidenes Konzept der Fortbewegung, verglichen mit all den Fliegern, die einen Verbrennungsmotor benötigen.
Vielleicht sollte man so leben: Sich auf die Luftsrömung des Schicksals verlassen und gleiten. Nur muss man damit leben, dass es immer unmerklich ein bisschen tiefer geht.
Bei all der Versunkenheit in dieses Bild der Ruhem fiel mir aber auch ein, wie es sich wohl anfühlen muss, das Ding zu steuern. Wenn ich da oben säße, oder hinge, wäre ich ein von Adrenalin überschwemmtes Nervenbündel. Von anmutigem Gleiten könnte da keine Rede sein.
Und genau so könnte es sich wiederum mit meinem Dasein verhalten: Während ich mich in Panik verliere, wirkt es von außen, als gleite ich anmutig durch Wattewölkchen.

Philosophie

Nachdem ich nun mein Examen in Deutsch erfolgreich hinter mich gebracht habe, gilt mein letztes Semester ausschließlich der Philosophie. Auf einmal sehe ich mich wieder konfrontiert mit Namen wie Adorno, Kant und Platon. Platon ist mir bisher immer der Liebste gewesen und die Aussage eines anderen Philosophen, alle Philosphie sei doch nichts anderes als eine große Fußnote zu Platon, würde ich gerne unterschreiben. Bei Platon finden sich noch schöne Beispiele über Schuster, Töpfer und Wassersüchtige.

Später wird es schon schwerer. Kants Beispiele für Witze in der „Kritik der Urteilskraft“ bereiten einem nur Kopfschmerzen oder Übelkeit. Beispiel: Ein Indianer sieht zu ersten Mal eine Flasche Bier. Sie wird geöffnet und es schäumt fürchterlich. Der Indianer sagt: Aber wie kann denn so viel in so eine kleine Flasche passen? Laut Kant ist das ein Riesenjoke. Ich verstehe bis heute nicht, was daran witzig sein soll, aber ich finde es süß, dass auch ein Philosoph mal einen Witz erzählt.

Entlegene Beispiele sind wirklich das schönste an manchen philosophischen Werken. Vor allem, wenn es sich nicht immer um den berühmten Tisch oder Stuhl handelt, der immer als Beispiel herhalten muss. Ich habe mal gehört, Husserl habe immer einen Baum als Beispiel genommen, weil der vor seinem Bürofenster stand.

Tolle Beispiele finden sich auch bei Burke zum Thema Schönheit. Schön ist laut ihm wenn man alles zusammen nimmt, glaube ich, ein vergoldeter Vogel aus Watte, leicht, glänzend und klein. Großes kann nämlich laut Burke nicht schön sein. Das sollte man mal einigen Leuten sagen, vielleicht müsste man dann nicht immer diese nervigen Riesenwerbetafeln irgendwo sehen.

Also, wenn ihr wirklich Spaß haben wollt mit Philosophie, vergesst die großen Theorien, haltet euch an die Beispiele.

Schlechte Laune in der vierten Dimension

Neulich wandelte ich mal wieder durch die vierte Dimension zwischen den verschiedenen möglichen Welten hin und her und dachte, es wird mal wieder Zeit für einen Besuch bei meinem persönlichen Gegenstück, der anderen Ausgabe von mir in der Hyper-Welt, in der Hyper-Welt ist alles wie bei uns, nur immer noch um einiges größer extremer usw. Dort muss man zum Beispiel eigentlich gar keine Drogen nehmen, man isst einfach Fast Food. Die Geschmacksverstärker, die da drin sind setzen einen dann erstmal für fünf Stunden außer Gefecht und danach kann man froh sein, wenn man nur mit seiner Unterhose auf dem Kopf in einem Gorillakäfig aufwacht, dessen Bewohner man offensichtlich beigebracht hat, Topflappen mit der Mona Lisa drauf zu sticken, das ist noch harmlos.

Ich traf also mein anderes Ich. Zuerst erschrak ich mich ein bisschen vor seinen tellergroßen Augen, die mir seine Brille entgegenvergrößerte, aber dann schaffte ich es trotzdem einigermaßen unbeeindruckt vom Anblick der Socken, auf denen alte Disney-Filme liefen, zu sagen: „Hey Harry hoch zwei, altes Haus! Wie geht’s dir?“ Weiterlesen „Schlechte Laune in der vierten Dimension“

Intellektuelles Vergnügen

An einem dieser Tage, an dem man oder zumindest sie einfach nichts anderes machen konnten und dies demzufolge auch immer taten, saßen Frank und Gustav in einem Café. Es handelte sich dabei nicht um irgendein Café, oh nein! Mit viel Sorgfalt hatten die beiden ein Café ausgewählt, das durch seine schlichte Einrichtung der Bezeichnung „irgendein Café“ gerechter wurde als jedes andere und somit ein ganz besonderes war.

So saßen die beiden auf ihren schlichten Caféstühlen, vor sich jeweils eine kleine Tasse Espresso, wobei sie die Bezeichnung „petit café noir“ bevorzugten und es genossen, manch unerfahrene Bedienung mit dieser Bezeichnung zu nerven, einen Espresso, dessen Farbe annähernd so schwarz war, wie die ihrer Jacketts und Rollkragenpullover. Weiterlesen „Intellektuelles Vergnügen“