Beim Spiegel kann man heute lesen, was die Musikindustrie neben dem Internet noch in den Abgrund führen wird: Das Programm Auto-Tune. Dieses Programm wurde urprünglich dazu verwendet, schlechten Gesang in guten zu verwandeln, indem jeder gesungene Ton der nächstliegenden passenden Note angeglichen wurde. Man kann nur mutmaßen, was alles so vom nölenden Badewannengeröchel zum Nummer-1-Hit wurde.

Es gibt nun aber eine Gruppe von Hip-Hop und R’nB Musikern, die sich ganz ungeniert dieses Mittels bedient. Kanye West, P. Diddy und andere folgen dabei dem Auto-Tune Guru T-Pain, der das Programm zwar nicht erfunden hat, aber als erster begann, dessen potential bis zur Vertrocknung auszuschöpfen.

Verändert man nämlich nicht nur die Tonhöhe, sondern auch noch die Geschwindigkeit des ursprünglich Gesungenen, so entsteht jene Roboterstimme, die uns inzwischen massenweise um die Ohren jault. Das kann man auch alles beim Spiegel lesen. Nur eine Frage, die er selbst im Titel stellt, beantwortet, der hier von mir ausgeschlachtete Artikel nicht: Warum wollen eigentlich inzwischen alle wie Roboter klingen? (mehr …)

Heute durfte ich Zeuge eines ungewöhnlichen Schauspiels werden, das mich auf ganz besondere Art und Weise mit der Kunst versöhnte. Auf der Brücke, die über den Fluss führt, der das kleine Studentenstädtchen, das ich bewohne, so fotogen zu teilen weiß, spielte eine Straßenmusikantin anmutige Weisen. Wer nun schon gähnend weitergeklickt hat, verpasst aber den entscheidenden Aspekt der ganzen Geschichte:

Es handelte sich nicht etwa um eine versprengte Indianerin oder eine exhumierte Hippiebraut. Nein, die schwäbische Sonntagnachmittagseinöde wurde durchbrochen vom ausdauernden Spiel einer Japanerin. Wie gerade eben erst einem Kung-Fu-Film entsprungen stand sie da im Kimono, zupfte auf diesem kleinen Saiteninstrument, dessen Namen ich nicht kenne und hauchte den bekannten asiatischen Singsang in die pollenverteilenden Frühlingslüftchen. (mehr …)

Die neue Portishead kommt heute raus. Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich hab sie noch nicht gehört. Ich habe nur eine Kritik auf Spiegel online gelesen. Da stand sehr ungefähr folgendes: Das Album ist so wie seine Vorgänger, nur anders. Tja, die typische Plattenkritik eben (außer denen meines Kollegen Frank Klötgen, die immer äußerst lesenswert sind). Es werden wohl weniger Samples verwendet und dafür andere Sounds, die in der Kritik leider nicht näher beschrieben wurden. Was solls, muss man sich eben selber anhören.

Was wirklich interessant war, war der Kommentar, Portishead seien ja so geheimnsivoll, vor allem die Sängerin. Alle stünden in keinerlei Kontakt zur sonstigen angesagten Musik und seien nun wieder unbeleckt ihren Grüften entstiegen, um die Welt an ihrer neuesten Scheibe teilhaben zu lassen, die einfach eine sehr gute Kopie der alten Platten sei. Kein fremder Einfluss habe den Portisheadschen Stil beschmutzen können.

Ich möchte mal an dieser Stelle ein paar Dinge mich betreffend erzählen, auch wenn das egozentrisch sein mag, aber egozentrisch war ich früher schon und daher ist das doch völlig legitim: (mehr …)