Shitstorm Therapie

Der Shitstorm tobt, die Welle rollt,
fast schon egal, wer welchem grollt.
Du loggst dich ein und ziehst’s dir rein,
dann denkst du: Ach, ich armes Schwein,
die andern liked man, hier nur Hater
nur weg hier, zwei Sekunden später,
schaust du noch mal, ein Hoffnungsschimmer
und dann ist es noch viel schlimmer.
Da bleibt nur eins: Realität,
das Internet ist auf Diät.
Und du kommst runter in den Garten,
wo ungelikte Pilze warten,
die in den untern Erdgefilden
ihr eignes feines Netzwerk bilden.
So haust du nach der Online-Panne
nun endlich auch wen in die Pfanne.

Poetry is back (?)

Hey Poesie, wo hast du dich versteckt?
Hab lange nicht meine Metren gecheckt.
Zu lange blieben die Blätter hier weiß,
jetzt weiß ich wies geht, doch jetzt bin ich ein Greis.
Ich laber, wird dieses Wort noch benutzt?
Möglich, dass mancher Jüngere stutzt.
Der Slang ist verbraucht und die Jacke ist out,
dafür hab ich etwas aus Pappe gebaut,
ich habe jetzt Hobbys, die kannte ich nicht.
Ich tu keinem weh, ich tu meine Pflicht.
Doch eine Sache wird niemals aussterben:
Das Reimen mit Nomen und aktiven Verben,
die Sprüche, auch wenn sie im Vorort verhallen,
ich spreche noch deutlich wenn andere lallen.
Schau wieder vorbei. Ich frage wie wär’s?
Und widme dir manchen echt unreinen Vers.

Grizzly for President

Ein Grizzly wurde Präsident

und meinte dazu schwer verpennt:

Nun gut, ich werd den Wald regieren

und bestimm, dass wer auf vieren

läuft von nun an aufrecht gehe

und wehe wenn ich einen sehe,

der sich nicht and die Regel hält!

Der wird dann ganz schnell vorgestellt

als nächster Präsident zum Lachen,

soll er doch meinen Scheißjob machen.

Ein Grizzly saß auf einem Baum

Ein Grizzly saß auf einem Baum

und fragte sich: Ist das ein Traum?

Nicht lange blieb die Antwort offen:

Mit Hasen hatte er gesoffen.

Es waren sieben an der Zahl,

die er dann fraß zum Abendmahl.

Die Hasen er am Stück verschlang,

Das Grüppchen in ihm weiter sprang.

So kams dass er in tiefem Schlaf

auch sprang und auf das Bäumchen traf.

Sonett vom strengen Wurm und vom siechen Philosophen

Es sprach ein Philosoph: Ich hasse dieses Wetter!

Es sprach ein Regenwurm: Ich lieb es jedoch sehr!

Darauf der Denker baff: Du sprichst mein tierisch Vetter?

Der Wurm denn stolzgeschwellt: Kennst du mich nicht woher?

 

Der Grübelnde verworren: Was meinst du kleiner Spötter?

Der Wurm nun gnadenlos: Dein Opa bin ich Peer!

Ich ward wieder geboren und sprech zu dir als Retter!

Drauf Peer nun schwieg, verballert, sein Kopf schon wüst und leer.

 

Nur Opa Wurm sprach nun voll Zorn: Du hast nicht alle Tassen

Mehr beieinand‘ in deinem Kopf, der Geist hat dich verlassen!

Du bist sehr krank, du lagst zu lang im elfenbeinern Turm!

 

Peer trotze ihm: Zuerst mein Wurm, beweis mir diesen krassen

Befund. Darauf der Wurm sehr schnell: Das wird sich zeigen lassen:

Du stehst im Regen ohne Schirm und sprichst mit einem Wurm.