Und dann war es auf einmal ganz still zu Hause. So ein Gefühl, als würde das Trommelfell nach außen gestülpt. Wie im Weltraum. Kurz darauf fing die Tochter an zu brabbeln und ich erinnerte mich, dass immer noch ein Kind im Haus war.

Der Sohn durfte heute zum ersten Mal seit 100 Tagen wieder in die Kita. Ich dachte gestern: Er wird zu müde sein, etwas wird schief gehen. Er wird eine Heulorgie in der Kita starten, so dass ich ihn wieder mitnehmen muss. Aber nichts von dem passierte. Wir gingen in die Kita, wuschen die Hände. Er stand ziemlich still vor dem Zimmer mit seiner Gruppe, überlegte noch ein bisschen, ging rein und winkte mir vom Fenster aus.

Und dann war ich mit der Kleinen allein zu Haus. Uns war beiden langweilig. Der Tocher, weil der Sohn nicht da war. Mir, weil ich die Tochter bespaßen musste, ohne so recht gefordert zu sein.

Später gingen wir ein bisschen einkaufen in die Stadt. Vor allem war es ein Vorwand, um mit der Kleinen einen Spaziergang mit Kinderwagen zu machen. So langsam gewöhnt sie sich daran. Mitten in der Stadt hatte sie dann keine Lust mehr. Die Leute schauten etwas komisch, weil ich ein Kind im Tragetuch, aber keines im Kinderwagen hatte. Auf dem Heimweg schlief sie dann sogar im Wagen ein.

Ich holte den Sohn ab. Es war alles wie immer vor der ganzen Pause. Ich fragte ihn: „Und was habt ihr in der Kita gemacht?“ Er antwortete: „Wir haben geschlafen!“ – so als wäre das was ganz Besonderes.

Zu Hause dreht er nochmal auf und ging trotz oder wegen des ersten Tages in der Kita spät schlafen. Ich musste noch eine Geschichte über Leo Lastwagen erzählen, in der er „einen Kuchen baut“. Das war die Bedingung. Ich erzählte also, wie Leo Lastwagen mit seinen Freunden den Kuchen zusammenschraubte. Danach standen wir nochmal auf und malten.

Der Sohn hatte Stifte geschenkt bekommen. „Das sind super Stifte. Da ist sogar eine Gelb dabei.“ sagte er. Zu guter Letzt gingen dann alle schlafen, außer mir. Ich schrieb noch diesen Text.