Social Media und Faulheit

Ich habe wirklich lange nichts mehr geschrieben hier. Das hat Gründe. Oberflächlich betrachtet, könnte man sagen: Ich war einfach zu faul. Bei näherer Betrachtung würde ich sagen: Ich war zu beschäftigt. Ich bin da bei, einige neue Projekte vorzubereiten, über die ich noch nicht so viel verraten will.
Außerdem lese ich mal wieder viel über Marketing und Social Media. Da steht dann immer: Man muss regelmäßig posten. Und dann bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen, weil ich so lange nichts gepostet habe. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Qualität meiner Beiträge steigen würde, wenn ich ständig etwas veröffentlichen würde. Vielleicht habe ich da auch einen überzogenen Anspruch.
Was auch immer in diesen Büchern und Blogs steht: Man soll den Menschen etwas geben. Nicht immer nur erwarten, dass alle das egozentrische Geschreibsel lesen, das man so absondert, sondern den Menschen etwas geben, womit sie etwas anfangen können.
In diesem Sinne möchte ich allen sagen, die das hier vielleicht lesen und manchmal selber von Zweifeln und Gewissensbissen befallen werden: Ihr seid nicht allein. Zumindest ein anderer hat dieses Problem auch.
Und ich finde, diese Zweifel sind auch wertvoll. Das Netz ist viel zu voll von Datenmüll, der nur verbreitet wird, weil alle glauben, ständig etwas posten zu müssen. Wenn gerade wir, die wir das manchmal vielleicht zu wenig tun, mit unserem hohen Anspruch an uns selbst und unsere Texte häufiger etwas von uns geben, kann diese Welt eine bessere werden.

Wo geht die Reise hin?

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Diese Frage stelle ich mir oft in dieser Zeit. Ich befinde mich an einem Punkt der Weichenstellung und kann noch nichts dazu sagen. So wie auch diese Artikel hier auf nichtssagende Weise vielseitig sind.
Oft frage ich mich, ob die Frage, wo es hingeht, sich nicht immer stellen müsste. Es ist ja so: Man weiß nie, was passiert. Oder wie Wittgenstein sagte: „Dass die Sonne morgen aufgehen wird, ist eine Hypothese; und das heißt: wir wissen nicht, ob sie aufgehen wird.“
Genau genommen könnte jederzeit alles passieren. Die Frage, wo es hingeht, was man tun soll, stellt sich nur manchmal mehr oder weniger. Sie steht dann auf einmal im Raum wie ein unpassendes Möbelstück, das man all die Jahre ignoriert hat.
Ich weiß nur eines: Es wird etwas mit Sprache zu tun haben. Die Wörter gehen mir nicht aus. Ich könnte zum Beispiel einen super Roman schreiben über den Tag, an dem die Worte ausgingen. Der Anfang ginge so: „Und dann gingen auf einmal allen die Wörter aus…“ Der Rest schreibt sich dann von selber.
Man könnte auch sagen: Ist doch albern, sich diese Fragen zu stellen und daraus so ein Ding zu machen. Im Supermarkt verfällt man ja auch nicht in philosophische Betrachtungen darüber, welche Schlange man wählen soll. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, könnte das schon sein.
Ich sollte einkaufen gehen….

Der Gleitschirm

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Als ich heute morgen aus dem Fenster schaute, offenbarte sich mir der Anblick eines Gleitschirms. Oder vielmehr eines Gleitschirmfliegers. Wobei man von ferne natürlich nicht weiß, ob der Gleitschirm auch wirklich bemannt ist, er könnte ja auch ferngesteuert sein, mit einer Gleitschirmdrohne zum Beispiel.
Der Gleitschirm durchmisst die Weite der Luftströmungen, die Viefalt der Atmosphäre und tut nichts, als sich ihren Auftrieb zunutze zu machen. Ein bescheidenes Konzept der Fortbewegung, verglichen mit all den Fliegern, die einen Verbrennungsmotor benötigen.
Vielleicht sollte man so leben: Sich auf die Luftsrömung des Schicksals verlassen und gleiten. Nur muss man damit leben, dass es immer unmerklich ein bisschen tiefer geht.
Bei all der Versunkenheit in dieses Bild der Ruhem fiel mir aber auch ein, wie es sich wohl anfühlen muss, das Ding zu steuern. Wenn ich da oben säße, oder hinge, wäre ich ein von Adrenalin überschwemmtes Nervenbündel. Von anmutigem Gleiten könnte da keine Rede sein.
Und genau so könnte es sich wiederum mit meinem Dasein verhalten: Während ich mich in Panik verliere, wirkt es von außen, als gleite ich anmutig durch Wattewölkchen.