Laut Spiegel Online hat man kürzlich ein Walhai-Baby gefunden. Das ist eine Sensation! Oder? Mir war es bisher auch unbekannt, aber man weiß tatsächlich nicht genau, wo die netten Tierchen herkommen. Klar, der Storch hat sie gebracht, möchte man nun sagen, aber es geht um etwas Spezielleres. Genauer gesagt: man weiß nicht genau, wo die bis zu 20 Meter langen Tiere ihre Jungen zur Welt bringen.

Jetzt hat man ein possierliches Jungtier bei den Philippinen gefunden. Der Fall ist also klar. Walhaie kommen von den Philippinen. Fragt sich nur, was sich Mutter Natur bei diesem Wesen gedacht hat: Eine Art Wal, der aussieht wie ein Hai, aber nur Krill frisst. Vielleicht handelt es sich um eine kleine PR-Aktion zugunsten der Haie.

Und was hat das mit der Finanzkrise zu tun? Gute Frage, schließlich hat heutzutage alles mit der Finanzkrise zu tun. Man kann gar nichts mehr schreiben, ohne sich das zu fragen. Vielleicht sollte man dem Bespiel von Mutter Natur folgend, ein paar nette Bänker vorstellen. Ein paar ängstliche Typen, die beim Kauf von faulen Krediten sagten: nein, ohne mich! Ich handle nicht mit so seltsamen Sachen, für mich gibt es nur Festgeld, Gold und Schwerindustrie, mit virtuellem Geld will ich nichts zu tun haben!

Ein Walhai unter Piranhas, das wäre doch ein schönes Bild.

Wie Weihnachten feiern angesichts der Finanzkrise?

– Die Tanne im Wald besorgen. Manches Großstadtkind weiß ja gar nicht mehr, dass man Bäume nicht nur auf der Straße kaufen kann.

– Einfach mal das verschenken, was man nicht mehr gebrauchen kann. Gut, viele machen das schon. Interessant wird es, wenn z.B. der kleine Bruder seiner Schwester seine Schwester schenkt.

– Etwas richtig Gutes essen: Stimmt, das machen viele auch jetzt schon, aber man weiß ja nicht, wie es mit dem Essen im restlichen Jahr aussieht.

– Lieder singen und tanzen. Das hält einen in Bewegung und warm. Da verkraftet man auch die fehlende Heizung an der Bushaltestelle, an der man übernachten muss.

– Geschäfte plündern, aber nicht so wie sonst an Weihnachten, sondern ohne zu bezahlen.

– Als Security-Beamter Läden mit einem Flammenwerfer vor Plünderern schützen und sich etwas dazuverdienen und sich mit den Plünderer freuen, die sich in den warmen Flammen etwas aufwärmen können.

– Mal die ganzen Bekannten aus der Schulzeit wiedertreffen und Schulden eintreiben. Gibt ja mit der Zeit ganz schön Zinsen, so ein Pausenbrot.

– Einen richtigen Familienkrach anzetteln. Vielleicht kriegt Papa ja einen Herzinfarkt und man kommt endlich an das Erbe ran.

– Sich betrinken. Wird schwer mit Leitungswasser, aber manche Leute spielen auch ganz überzeugend, von Bananenschalen high zu werden, wenn der entsprechende Gruppenzwang vorherrscht.

– Im Tresorraum der eigenen Bank ein Schwimmbecken einrichten.

– Ganz lange weinen. Das hilft.

Bei Spiegel Online kann man heute ein weiteres Interview zu Sinn und Unsinn der Finanzkrise lesen. Dieses Interview fand ich aber tatsächlich ganz lustig. Dov Seidman, ein amerikanischer Philosoph, erklärt uns hier ganz anschaulich, wie das eigentlich alles funktioniert mit dem bösen Kapitalismus.

Zunächst stellt sich die Frage, was für den Spiegel „ein Philosoph“ ist: Dieser Begriff lässt sich ja vom Hochgelehrten über den Zen-Meister-Einsiedler bis auf den Fußgängerzonenprediger auf fast jedes intelligente Wesen anwenden. Das Interview erweckt den Eindruck, dass es sich bei Seidman um eine erfrischende Mischung aus Fußgängerzonenprediger und Krawattenträger handelt, es könnte schlimmer sein.

Das Interview ist zumindest intelligenter als seine Überschrift: „Guter Kapitalismus funktioniert wie im Fußball.“ Dieser Titel legt nahe, dass ihm einige weitere Floskeln wie: „Schlechter Kommunismus scheitert wie im Wettfressen“ oder: „Halbgarer Liberalismus hangelt sich durch wie im Schattenboxen.“, aber so schlimm ist es gar nicht.

Seidman, der ein Buch geschrieben hat mit dem hochphilosophischen Titel: „Die La-Ola-Welle. Es kommt nicht darauf an, was du tust sondern wie.“, das mich spontan an meine noch zu schreibenden Werke: (mehr …)

Es lohnt sich gar nicht mehr, hier einen Link zu setzen auf einen Artikel, der die Finanzkrise bespricht, das machen gerade eh alle. Wahrscheinlich findet man sogar was zur Finanzkrise, wenn man bei Google einfach gar nichts eingibt und Enter drückt. Das würde zumindest ganz gut zur Planlosigkeit der Politik in den letzten Tagen passen.

Überall wird nun davor gewarnt, dass nun Sparer verzweifelt ihre Konten räumen würden und dadurch alles nboch schlimmer machen. Ich kann da zumindest, was mich betrifft, Entwarnung geben: Da gibt es nicht viel abzuräumen.

Eigentlich ganz schön, diese Krise: Man tut allein dadurch ein gutes Werk, dass man kein Geld abhebt und diesmal sind wirklich „die da oben“ schuld und auch noch „die Amis“. Neben so einer globalen Krise erscheinen persönliche Probleme recht klein und leicht zu ertragen. Ich muss mich nicht mitten in der Nacht mit zwanzig Bänkern treffen, um ihnen Geld abzuschwatzen, was bei Bänkern im Allgemeinen recht schwierig ist, es sei denn, man ist kein kleiner Privatmann, der kein Geld hat, sondern eine Bank, die noch weniger als kein Geld hat. Ich muss mich auch nicht kurz danach wieder mit ihnen treffen, weil wir gerade festgestellt haben, dass unsere Analys auf völlig falschen Daten beruhte.

Die bange Frage, die nun alle umtreibt ist natürlich: Wann trifft es uns? Wann werden wir kein Geld mehr haben? (mehr …)

Es herrscht nun mancherorts Vakanz

in den Büros der Hochfinanz.

Kein Mensch mehr in den Chefetagen

aus Angst vor weiteren Blamagen.

Man hat nun Affen eingestellt,

denn diesen wird nicht unterstellt,

dass sie je wussten was sie taten

und nun, nachdem vielmehr die Staaten

und nicht die Banken selbst sich leiten,

kann auch ein Tier den Rest begleiten.

Doch sind auch Affen nicht perfekt.

Die Börse hat es aufgedeckt:

Keine Zentralbank konnt es ahnen:

Man handelt dort nur noch Bananen.