Ich schreibe das hier kurz vor dem Weg ins Bett. Zwischen den Zeilen meiner raren Stunden. Die Zeit verrinnt wie Sand und ich ringe ihr ein paar Körner ab, um sie der Welt ins Auge zu streuen, oder zumindest dem Bildschirm.
Und ich wünsche gute Träume. Gute Träume sind wichtig, sie könnten in Erfüllung gehen. Und wenn nicht, hat man wenigstens gut geschlafen. Die meisten meiner Träume waren immer so: Hä? Warum druckt der Fahrkartenautomat, der seltsamerweise auf den Gleisen steht, mein Ticket nur leer aus? Immer wieder? Ich müsste doch längst den Zug nehmen, in dem ich vorher schon war. Und warum taucht jetzt ein riesiger Hahn auf?
Ich wünsche Träume, in denen alles klappt. In denen man endlich den Sex hat, den man immer wollte und er keine Enttäuschung ist. Träume, in denen man geliebte Menschen trifft, die nicht ihre Gesichter wechseln, sondern treu mit einem durch das Schlaraffenland laufen.
Träume, in denen man zu Musical-Musik durch rosa Wolken fliegt.
Träume, in denen man auch einfach mal so einen Kaffee trinken kann, ohne dass irgendetwas besonderes passiert.
Träume, in denen man sich in eine Praline verwandelt, die man selber mit Genuss essen darf.
Träume, in denen gar nichts passiert, sondern einen nur ein endloses Glücksgefühl durchwabert.
Träume, die besser als die Realität sind und dann einfach weiter gehen.
Oder Träume, die einen erkennen lassen, dass die Welt, in der man aufwachen wird, schon immer die beste war und man das nur noch nie so gesehen hat.
Mit diesem Gefühl kann man doch schlafen gehen. Gute Nacht. Oder Guten Morgen.

Die neue Portishead kommt heute raus. Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich hab sie noch nicht gehört. Ich habe nur eine Kritik auf Spiegel online gelesen. Da stand sehr ungefähr folgendes: Das Album ist so wie seine Vorgänger, nur anders. Tja, die typische Plattenkritik eben (außer denen meines Kollegen Frank Klötgen, die immer äußerst lesenswert sind). Es werden wohl weniger Samples verwendet und dafür andere Sounds, die in der Kritik leider nicht näher beschrieben wurden. Was solls, muss man sich eben selber anhören.

Was wirklich interessant war, war der Kommentar, Portishead seien ja so geheimnsivoll, vor allem die Sängerin. Alle stünden in keinerlei Kontakt zur sonstigen angesagten Musik und seien nun wieder unbeleckt ihren Grüften entstiegen, um die Welt an ihrer neuesten Scheibe teilhaben zu lassen, die einfach eine sehr gute Kopie der alten Platten sei. Kein fremder Einfluss habe den Portisheadschen Stil beschmutzen können.

Ich möchte mal an dieser Stelle ein paar Dinge mich betreffend erzählen, auch wenn das egozentrisch sein mag, aber egozentrisch war ich früher schon und daher ist das doch völlig legitim: (mehr …)