Zuerst der übliche Montagmorgen. Der Sohn brauchte zehn Einladungen und Überredungskunst. Aber danach lief alles glatt. Zwei Kinder eingepackt, Schuhe, Jacken, Schneeanzüge, Überlebenspaket und alles andere eingepackt, was man für einen Tag Kita so brauchen könnte, Kinder abgegeben ohne Drama, fertig.

Ich konnte in Ruhe frühstücken und mich meinem Schreibtisch widmen. Zeit, noch Dinge von gestern nachzutragen: Der Sohn wurde beim Abendessen gefragt: „Was ist denn das für ein Tier?“, als er irgendwo ein Tier zu sehen glaubte. Seine Antwort: „Ein Müffelon.“

Außerdem drehten wir gestern noch eine Extrarunde und stellten fest: Die Baustofffirma bei uns um die Ecke gibt es nicht mehr. Der Hof war leer. Keine Steine mehr, keine Ziegel, keine Baumaschinen. Der Sohn sagte trocken: „Vielleicht haben sie eine Garage gefunden.“

Heute holte ich die Tochter von der Kita ab und durch einen ausgefuchsten Trick gelang es, den Sohn noch in der Kita zu lassen. Der Trick ging so: Die Tochter wurde mir zur verabrdeten Zeit in den Flur gebracht. Ich musste sie nicht vor den Augen des Sohnes mitnehmen, der sich bisher immer an mein Bein gehängt hatte. Warum das die ganze letzte Woche über nicht möglich war, weiß ich auch nicht.

Mit der Tochter tobte ich durchs Kinderzimmer, wir beobachteten Vögel, hüpften sinnlos auf der Stelle und den Rest der Zeit aß sie. Wir gingen zusammen Kita-Einkauf machen, holten den Sohn ab und machten das gleiche Programm zu dritt noch mal. Der Sohn schaute ein Bilderbuch der Tochter an und fragte: „Was befindet sich da?“ Manchmal ist er mir unheimlich.

Die Mutter kehrte heim, wir aßen noch mal. Die Tochter tat wieder so, als hätte sie den ganzen Tag nichts bekommen. Sie ging ins Bett. Der Sohn ging auch ins Bett und stand dann wieder auf, um hinter mir Puzzles zu machen, während ich das hier schreibe. Mal schauen, wie der Abend sich noch entwickelt.

Mich haben Nachrichten erreicht, ob alles in Ordnung sei bei uns, weil es gestern keinen Text gab. Ich kann sagen: Ja, alles gut. Ich war gestern nach der Heimfahrt von der Eröffnung der Baden-Württembergischen Literaturtage einfach zu müde, um noch etwas zu schreiben. Witzigerweise war der Sohn nur zehn Minuten vor meiner Heimkehr schlafen gegangen, also um zwölf.

Die Autofahrt zu den Großeltern und wieder zurück hatte ihm wohl zu viel Gelegenheit zum Ausruhen gegeben. Heute waren wir sehr interessiert daran, diese Zeitverschiebung wieder auszugleichen.

Wir standen nicht zu spät auf und ich ging nach dem Frühstück mit den Kindern die erste Runde raus, um schon mal für etwas Aktivität zu sorgen. Wir gingen zum Spielplatz und schaukelten. Dann ging es auch schon wieder heim zum Mittagessen.

Vor dem Mittagessen bauten wir noch eine Bade-Session ein. Abends wäre es knapp geworden damit, weil ich noch ins Theater musste. Der Sohn wäscht inzwischen etwas entspannter die Haare. Es war kein so großes Drama, aber dadurch auch nicht ganz so ermüdend. Zum Glück erwarteten wir nach dem Mittagessen auch noch Besuch, der auch nur aus einem anderen Haushalt bestand.

Die zwei Mädchen, die uns samt Mutter besuchten waren nicht ganz so interessiert am Sohn wie er an ihnen, weshalb er alleine mit seinem Flummi wie ein Flummi durch die Wohnung tobte. Die Tochter freute sich wie immer, dass wir Besuch bekamen und strahlte alle an.

Eine Stunde bevor ich los musste gingen Besuch und Restfamilie nach draußen. Der Sohn durfte noch Laufrad fahren. Wir hatten alles gegeben, um ihn zu ermüden und es klappte auch. Ich ging ins Theater. Moderierte eine schnelle Vorstellung Theatersport mit Pumuckl-Szene, Rosamunde Pilcher in Italien und ein Musical im Lehrerzimmer. Und als ich heimkam schliefen die Kinder schon. Wir hatten tatsächlich Zeit, uns noch kurz zu unterhalten. Und nun winkt das Bett und die neue Woche.

Morgens machten die Mutter und der Sohn aus, dass heute die Tochter früh aus der Kita abgeholt wird und der Sohn später.

Und wer kam da Mittags zur Tür herein? Zwei Kinder. So viel zu Absprachen mit knapp Dreijährigen. Zum Glück war noch eine Babysitterin da.

In einem seltsamen Anfall von Produktivität machte ich endlich die Steuer für 2019. Danach ging ich mit dem Sohn Laufrad fahren. Er wollte zuerst partout nicht das Haus verlassen, aber ich ging einfach los und erfolgte widerwillig.

Heute zeigte ich ihm, wo er ab Januar in den Kindergarten gehen darf. Das gefuel ihm, zum Glück. Wir fuhren zum Spielplatz um die Ecke. Er fuhr. Ich lief nebenher und sorgte dafür, dass er die Spur hielt.

Der Spielplatz war komplett leer. War nicht so gutes Wetter. Wir malten mit einem Stock im Sand nach Wünschen des Sohnes: Eine Pfanne, Baumstümpfe und ein Hufeisen.

Und dann wollte ich eigentlich wieder heim, aber der Sohn hatte Gefallen gefunden am Laufrad fahren. Wir fuhren am Fluss entlang zum nächsten Spielplatz. Wir trafen eine Kita-Freundin von ihm mit Vater. Die beiden schaukelten eine Stunde lang.

Ich erfuhr, dass sie auch gerne Filme auf dem Handy guckt. Außerdem verarztete sie die Hand des Sohnes, als er sich weh getan hatte.

Mir froren die Hände ab beim Schaukel anschucken. Wir wollten aufbrechen, aber der Sohn musste noch „Kassurell“ fahren. Nach zwei Runden schnappte ich ihn unter Protest. Ich trottete los, hinter mir ein schreiendes Kind auf einem Laufrad. Nach der Hälfte des Weges musste ich das Laufrad tragen. Immerhin ging der Sohn den Rest des Weges zu Fuß.

Zu Hause hatte die Mama Curry gekocht, das alle Familienmitglieder inklusive Sohn und Tochter hungrig verschlangen. Der Sohn guckte noch Filme, inspiriert von seiner Freundin und nach einer halben Stunde schlief er tatsächlich ein.

Ein langer Tag geht zu Ende. Der Morgen war unspektakulär, der Vormittag auch. Um Halb eins durfte ich dann die Kinder aus der Kita holen. Diesmal gab es wie gesagt nichts zu entscheiden. Wegen Fortbildung war die Kita Nachmittags geschlossen.

Ich hatte extra das Laufrad mitgebracht, um mit den Kindern gleich draußen zu bleiben, aber der Sohn wollte nicht. Wir gingen immerhin noch mit seinem Kumpel und dessen Familie auf den Spielplatz, aber dort stritten die beiden nur um den Radlader des Sohnes. Nach einer halben Stunde gab ich mich geschlagen und wir steuerten heimische Gefilde an.

Zu Hause hatten wir dann noch schön viel Zeit bis zum Abend. Der Sohn initiierte eine Feier im Kinderzimmer. Genau genommen war es eine Tauffeier, wie er mir erklärte. Die Feier bestand darin, möglichst viel Spielzeug in das Zimmer zu tragen, Knete zu verteilen und auf der Matratze zu toben. Und die Tochter heißt jetzt Leon.

Später malten wir noch am Esstisch. Die Tochter durfte die älteren Stifte des Sohnes auspacken und auf den Boden werfen. Ich ließ sie sie auch wieder einsammeln. Sie fand das Spiel toll und wiederholte es noch ein paar Runden. Der Sohn malte einen Löwen lila an und klebte ihm noch einen Futternapf aus seinem Stickerbuch aufs Blatt.

Die Mutter kam heim, wir hatten zum Glück vorbereitete Lasagne im Kühlschrank und mussten nur noch den Ofen anmachen. Nach dem Essen ging die Tochter schnell schlafen. Der Sohn erzählte uns noch von den Nachtbienen. Später zog er sich die Schuhe der Mutter an und sagte er gehe jetzt arbeiten.

All die Aktivität hatte auch ihn ermüdet, so dass er schnell einschlief. Und der Rest der Familie auch.

Wir kamen ganz gut in die Kita heute, wenn man davon absieht, dass ich beim Anziehen des Sohnes die Tochter davon abhalten musste, ins Treppenhaus zu krabbeln und es einfach doppelt so lange dauert, die Kleidung für zwei Kinder eunzupacken. Eigentlich müsste das ja Routine sein, aber aus irgendeinem Grund liegt jede Mütze, jede Jacke, jede Hose, jeder Schuh jeden Tag an einem anderen Ort.

In der Kita lief es dann nicht ganz so gut. Die Tochter tauchte gleich ein ins Geschehen, aber der Sohn wollte sich gar nicht von mir trennen. Er ist gerade etwas genervt von der Kita, glaube ich. Die Tochter ist der neue Star und er ist immer Schuld, wenn wir zu spät kommen.

Ich hatte einen tollen freien Vormittag und konnte einfach so kreativ sein. Immer mit einem Ohr in Richtung Telefon, ob nicht doch gleich wieder die Kita anruft, aber es blieb ruhig. Um halb eins holte ich die Tochter ab und durfte den Sohn gleich mitnehmen. Er war sehr entschieden, was das anging und die Erzieherinnen in der Kita machten nicht wirklich Anstalten, seine Meinung zu ändern. Die freuen sich halt auch, wenn es noch ein Kind weniger ist.

Der Sohn hatte noch einen Bucheinkauf gut, also gingen wir in die Stadt und besorgten ein neues Malbuch und Stickeralbum. Zu Hause waren wir damit den Rest des Tages sehr gut beschäftigt. Die Tochter hatte nicht die beste Laune. Stifte halten kann sie noch nicht.

Abends gab es schnelle Pizza und ich entschwand zum Tai Chi. Dort fachsimpelten wir über neue Hygienevorschriften und ansonsten tat es sehr gut. Immerhin kamen wir bis zum zweiten Mal „den Tiger schlagen“.

Zu Hause erwartete mich die Mutter mit unserem Tiger, der wieder nur von mir ins Bett gebracht werden wollte, aber dann zumindest schnell einschlief. Morgen ist die Kita sowieso nur bis halb eins offen. Da muss man dann nicht überlegen, ob man nur eines oder gleich beide Kinder mitnimmt.