Ändere das Passwort,

stell das Konto wieder her.

Bestätige, dass du das Passwort geändert hast.

Bestätige, dass du, der du das Passwort geändert hast, auch der bist, der das Passwort ändern darf.

Bestätige, dass du, der du das Passwort geändert hast und der bist, der es ändern darf, es auch von ganzem Herzen gewollt hast.

Ändere zur Sicherheit noch einmal das Passwort.

Hast du jetzt etwa aus Versehen das Passwort eingegeben, dass du vergeben hast, als du es gerade ändertest?

Ändere zur Sicherheit noch einmal das Passwort.

Gib den Code ein, den wir dir an dein Gehirn gesendet haben.

Nein, das andere.

Ändere deinen Namen. Er passt nicht mehr zu deinem Passwort.

Uns ist aufgefallen, dass du dein Passwort immer am gleichen Computer eingibst,

ziehe bitte um und gib es in einer anderen Stadt noch einmal ein.

Dokumentiere die Änderung deines Wohnsitzes mit einem eigenen Passwort.

Gib deinen Namen in dein Gehirn ein.

Ändere den Code, den wir dir geschickt haben so, dass er dein Passwort ergibt und schicke uns die Formel, die du zur Umrechnung erstellt hast.

Gib auf keinen Fall dein Passwort ein!

Wir haben dir nichts geschickt!

Hast du gerade versucht, dich mit einem gültigen Passwort einzuloggen?

Ändere das Passwort, nur nicht dein eigenes.

Bestätige, dass du ein Code bist.

Ändere dein Gehirn, gib deinen Namen auf, lösche das Passwort, bestätige alles.

 

Wenn mir etwas an der Kunst der Improvisation gefällt, dann der Gedanke, unvollständig zu sein.

Wenn man beim Improtheater die Bühne betritt, hat man nichts außer einem Titel. Und man weiß nie, ob es etwas wird.

Warum nicht auch im Leben mehr so handeln? Mir hat der Gedanke dabei geholfen, Telefonate zu führen. Früher hatte ich wirklich Angst davor.

Inzwischen denke ich: Ist doch egal, wenn die Person merkt, dass ich unausgeschlafen, nervös oder inkompetent bin. Es könnte sowieso immer alles schiefgehen. Vielleicht rülpse ich aus Versehen so ekelhaft, dass meinem Gesprächspartner gar nichts übrig bleibt, außer entsetzt aufzulegen.

Wir sollten viel häufiger unsouverän sein. Einfach beim Bäcker sagen: Ein Pfund Gehacktes bitte. Und gucken, was passiert. Oder zum Frisör sagen: Einmal Reifen wechseln.

Sowas befreit. Wenn man selber aus ganzem Herzen scheitert, erträgt man auch die Leute an der Supermarktkasse, denen beim Bezahlen einfällt, dass sie die Hälfte vergessen haben.

Ich gehe jetzt schlafen. Das wird auch nie perfekt.

Denk dir einen Raum,

ein Zimmer, eine kleine Kemenate,

in der dein Geist mit Buschmesser spazieren geht.

Richte dir ein Hochhaus ein,

um nur den Keller zu benutzen

und den Dachboden zu streichen.

Bau dies Zimmer in die Wolken,

wenn du das Parkticket nicht in den Schlitz bekommst

und hinter dir 20 große schwere graue, gut geputzte Autos hupen.

Lass dort den Ball des Blödsinns fliegen,

schrei den Urschrei in den Wald aus Spaß.

Bau dies Zimmer,

wenn die Hafermilch mal wieder aus ist und die Regale leergefegt wie vor dem Mauerfall.

Bau dies Zimmer in dein Meeting.

Lass es dort das Zelt der Liebe sein.

Und brate Würste voller Wahnsinn für den Mob, der gerne spießig bleibt.

Bau dir die Höhle, die ein Fenster ist

und schließ die Welt mit ein.

Immer mehr liest man von der Morgenroutine, die einen zum Superhelden des Alltags machen soll.

Hier ist meine Version:

Schlaf aus.

Geh duschen. Es macht wach und der Rest der Welt dankt es dir.

Frühstücke – Niemand hat große Lust, schon Vormittags einen Krankenwagen zu holen, weil du umkippst.

Geh in den Zoo. Dort warten neue Erkenntnisse.

Gestehe endlich deine Liebe. Auch wenn es nicht auf deiner To-do-Liste stand.

Tanze im Stadtzentrum, am besten nackt. Du wirst neue Kontakte knüpfen.

Lies die Offenbarung des Johannes. Danach erscheint viele gar nicht mehr so schlimm.

Beantworte alle Emails mit: “Liebe!“

Meditiere indem du eins wirst mit dem Geräusch des Presslufthammers von der Baustelle gegenüber. Versuche dabei, selber Geräusche wie ein Presslufthammer zu machen.

Gestalte deinen Arbeitsplatz um. Verwende dafür eine Axt.

Und dann:

Geh wieder schlafen.

Schlag die Seite um,

sag hallo zum neuen Abschnitt wie der Donut zum neuen Belag.

Öffne ein neues Kapitel

Sag einfach: Das hier ist jetzt II. 3

Und schon sieht alles anders aus.

Ein II.3-Himmel in tiefem Grau ist einfach etwas Anderes als ein IV.25-Himmel.

Öffne ein neues Kapitel,

wie einen Brief an die Verganheit in dem steht: Danke für die Zusammenarbeit, wir sind gerade auf Betriebsausflug beim Pilze sammeln.

Öffne ein neues Kapitel,

wie die Tür für den Postboten, der spontam bei dir einzieht.

Sag dir: Was die Zukunft auch bringen mag – die geheime Zutat ist immer Käse.