Wir müssen erstmal unseren neuen Rhythmus finden. Die Tochter weckte mich wie so oft.Und dann weckte sie die Mutter und den kleinen Sohn, die auch schon halb wach waren. Der große Sohn schlief natürlich am längsten.
Wenn Kinder noch gestillt werden müssen, dehnt das die Zeit auf eine völlig absurde Weise. Alles braucht länger und man vergisst ständig warum. Irgendwann schafften wir es zu frühstücken. Die Kinder freuten sich vor allem, dass noch zwei Pfannkuchen vom Vorabend übrig waren.
In den folgenden zwei Stunden kochte die Stimmung zwischen den zwei älteren Geschwistern langsam hoch. Der Sohn haute der Tochter ihre Spielkamera ins Gesicht. Sie hörte nicht auf, ihn zu provozieren.
Irgendwie schafften wir es, die zwei Großen nach draußen zu bewegen. Ich ging mit beiden auf den Spielplatz. Es war kurz nach der Mittagszeit und im Sommerloch. Wir hatten den ganzen großen Spielplatz ganz für uns allein. Draußen verflogen die Aggressionen schnell. Beide Kinder spielten mit Wasser. Meine Aufgabe war vor allem, neues Wasser bei der Pumpe zu holen, obwohl auch schon genug Wasser da war, aber das war nicht sauber genug.
Das neue saubere Wasser wurde vor allem dafür gebraucht, es in das alte dreckige Wasser zu schütten. Als die Kinder immer mehr anfingen, sich nass zu spritzen, gingen wir wieder. Wir machten noch einen Umweg, um im Elektromarkt Batterien zu kaufen.
Zu Hause erwartete uns schon meine Mutter und meine Tante, die zu einem Besuch angereist waren. Die Kinder freuten sich über neue Bücher. Der kleine Sohn bekam natürlich viel Kleidung. Wir aßen den Raupenkuchen, den ich morgens noch zum Zeitvertreib mit der Tochter gebacken hatte und gesunden Früchtequark von der Mutter.
Die Tochter hatte von uns auch noch ein Rührgerät bekommen, deswegen auch die Batterien, und durfte auf Vorschlag der Oma Mehl mit Wasser verquirlen. Ich durfte das Ganze später spülen, aber die Tochter hatte viel Spaß.
Die Tochter wurde schnell sehr müde und ging freiwillig ins Bett. Der Sohn verabschiedete noch unseren Besuch und spielte sehr viel mit altem Playmobil, das wir neu in der Wohnung entdeckt hatten. Nachdem alle anderen schliefen, beschäftigte er mich noch ganz gut. Seine Sprüche werden auch immer noch treffender. Als die Mutter ihn Mittags fragte, ob er ihr beim Erdbeerquark helfen wolle, sagte er nur: „Wir haben gerade Mittagspause.“


Kommentar verfassen