Zu Hause – Tag 305

„Anziehn ist nicht schön, Anziehn ist nicht schön – Alle müssen sich anziehn und in den Kindergarten gehn!“ sang der Sohn heute, bevor die Mutter aufbrach, um die Kinder in ihrer jeweiligen Betreuungsstätte abzugeben. Der Sohn dichtet gerade immer mehr und lernt im Kindergarten auch immer neue Sprüche, die er dann wild kombiniert. Ich komme gar nicht hinterher damit, alles zu dokumentieren.

Ich konnte in Ruhe arbeiten den Vormittag über. Die Mutter auch, bis sie in die Praxis aufbrach. Am führen Nachmittag holte ich den Sohn ab, der gerade mit einem Besen bewaffnet durch den Flur des Kindergartens flitzte. Er wollte wieder nicht gehen und tatsächlich darf er ab nächster Woche dann so lange bleiben, wie er will. Sieht so aus, als hätte wir die Eingewöhnung also fast geschafft.

Ich machte mich mit dem müden Sohn auf den Heimweg. Kurz vor der Haustür klingelte mein Smartphone: Die Kita war dran. Die Tochter sei nicht fit und müsse abgeholt werden. Wir kehrten also direkt wieder um und holten sie ab. Zu Hause war sie dann erstmal ganz munter, hatte auch kein Fieber. Aber irgendwas brütet sie aus. Ist wohl besser, wenn sie morgen zu Hause bleibt. Vielleicht auch für die Nerven der Kita-Erzieherinnen.

Noch sind wir ja ganz offiziell im Lockdown, da kann man so ein Kind zu Hause leichter verschmerzen. In den Nachrichten heißt es ja sowieso immer, alle Kitas seien zu. 

Es folgte ein langer langer Nachmittag mit zwei Kindern zu Hause. Der Sohn durfte eine neue CD anhören, was ihn eine Zeit lang beschäftigte. Der Tochter las ich viel vor. Als gegen später alle durchdrehten und richtig rausgehen vehement abgelehnt wurde, fanden wir einen Kompromiss und gingen auf den Balkon. Noch ist unser provisorischer Sandkasten aus dem letzten Lockdown aufgebaut. Und so sandelten beide Kinder, bis sie der Balkon und ich voller Sand waren. Die Tochter war glücklich, dass sie endlich auch mal mitmachen durfte und der Sohn buk einen Sandkuchen nach dem anderen.

Die Mutter kehrte heim. Die Kinder waren todmüde. Es hob die Laune noch einmal, dass sie die Knochen eines Huhns abnagen durften. Nagen scheint zu beruhigen. Danach ging es dann ziemlich schnell ins Bett. Der Sohn hüpfte noch ein paar mal von der Kommode aufs Bett „Wie ein Känguru!“ Und dann war auch Ruhe.

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