zu Hause – Tag 216

Heute mal ausschlafen. Der Sohn und ich können das ganz gut. Wobei ich ab halb neun auch damit beschäftigt war, dem Sohn zum weiteren Ausschlafen Milch zu machen. Die Tochter schmiss die Mutter um acht aus dem Bett. Wenn sie alt genug ist, um alleine aufzustehen, wird sie als einzige Frühaufsteherin in der Familie wohl die Wohnung morgens am Wochenende für sich haben.

Nach dem Frühstück waren wir kurz orientierungslos. Dieser Zustand, in dem man zu angestrengt ist, um die Initiative zu ergreifen, aber auch weiß: Wir müssen ganz dringend raus. Irgendwie gelang es uns. Ich ging mit der Tochter voraus. Adapterkabel kaufen. Und für sie ein Pixie-Buch. Im Elektromarkt haben sie die Pixi-Bücher neben der Kasse aufgebaut. Die Tochter erfasste das sofort und wusste, wie laut sie schreien muss, um alle davon zu überzeugen, dass sie jetzt unbedingt so ein Buch braucht.

Ich verließ den Markt mit der glücklichen Tochter. Wir trafen die Mutter und den Sohn beim Schuhe kaufen. Beide Kinder bekamen neue Hausschuhe und der Sohn noch Winterschuhe. Auf der Schachtel stand: „Alter ca. fünf bis sechs Jahre.“ Aber sie passen.

Nachmittags gingen wir ins Wildgehege. Also nicht in unsere Wohnung, sondern das Wildgehe bei Entringen. Wir trafen des Sohnes besten Freund samt Familie. Der Freund hat auch eine kleine Schwester, geht in die gleiche Kita und beruhigt uns immer damit, dass er genau so ein spezielles Verhalten hat wie der Sohn.

Die beiden flitzten mit ihren Laufrädern durch den Wald. Überholt von Fahrradfahrern, die sich wunderten, wer ihnen da das Revier streitig machte. Die Wildschweine waren kaum zu sehen. Die Menschenmassen, die hier Kontaktsperren aus dem Weg gingen, hatten sie etwas verschreckt.

Die Kinder spielten im Sand. Der Sohn entdeckte an einer Ecke des Spielplatzes Afrika. Wir gingen noch zu den Rothirschen und den Muflons und dann war der Nachmittag irgendwie auch schon wieder vorbei.

Wir fuhren heim und machten Pesto. Das Basilikum auf dem Balkon musste endlich einer Bestimmung zugeführt werden. Nach dem Essen ging die Tochter Geschichten erzählend ins Bett, Sohn und Mutter trockneten noch Blätter. Immerhin beschwert mit „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace aus meinem Bücherregal. 

Der Sohn spielte noch ein bisschen mit Lego und Fahrzeugen und erklärte mir: „Chuck und Tom gehen nach Hause… Die Katze fährt mit dem Anhänger, weil es ihr zu weit ist… Der Truck hast sich Feuerwehrsachen gekauft, weil er auch mal ein Feuerwehrauto werden will…“

Und jetzt gerade macht er das noch mal mit der Mutter. Es geht um Kuhlader und Flugzeuge. Es ist kurz nach zehn. Immerhin wird heute Nacht die Uhr umgestellt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.