Zu Hause – Tag 164

Die Nacht war unterbrochen von den Schreien der Tochter. Das mit den vielen Heidelbeeren gestern war vielleicht doch keine so gute Idee. Wir schliefen alle schlecht. Es nahm nicht Wunder, dass der Sohn sich sehr schwer tat mit dem Aufstehen. „Noch fünf Minuten!“ sagt er inzwischen immer ganz überzeugend und meint damit mindestens zehn. Die Mutter schaffte es, ihn zu wecken, indem sie jedes Körperteil einzeln aufweckte.

Ich brachte den Sohn zur Kita. Hier ging alles reibungslos. Er winkte, ohne mich anzuschauen, in meine Richtung und war weg. Zurück zu Hause gönnte ich mir eine zweite Runde Schlaf. Meine Frau musste erst Mittags zur Arbeit. Danach übernahm ich die Tochter, spielte Lego mit ihr, machte Tiergeräusche und verbrachte die meiste Zeit des Tages damit, sie zu füttern. Sie war nicht besonders wählerisch heute und aß sogar den sonst verschmähten roten Getreide-Obst-Brei.

Außerdem macht sie inzwischen gerne so ein schmatzendes Geräusch mit den Lippen. Es hört sich irgendwie frech an. So, als wollte sie sagen: „Guck mal, was ich kann, he? Nicht schlecht für mein Alter, oder?“ Ich ließ sie eine Zeitung auf dem Boden verteilen. Sie zerfetzte sie. Erst als sie anfing, auch diese zu essen, schritt ich ein.

Nachmittags holten die Tochter und ich den Sohn ab. Wir bestaunten einen Bagger, der vor der Kita am Bahnübergang Gleise ausbaggerte. Wir standen in einer Traube aus Kinderwägen und Schaulustigen. Die Bauarbeiter dachten sich wohl ihren Teil. Wir gingen weiter in den Supermarkt, kauften Käse für die Eltern, Gläschen für die Tochter und Fruchtzwerge für den Sohn, weil er sich das sehr wünschte.

Zu Hause versuchte der Sohn, mit seinem Dreirad die Holzrutsche am Klettergerüst hochzufahren. Ich hielt die Tochter auf Distanz. Später versuchte die Tochter, dem Sohn sein Fläschchen zu klauen. Schließlich kehrte die Mutter heim und wir aßen mehr oder weniger gemeinsam. Und jetzt sitzt der Sohn hinter mir, weil er partout nicht einschlafen will, macht Puzzles und erzählt mir, welche Art von Bahnhof da drauf ist. Jetzt murmelt er gerade: „Beim Pferdepuzzle muss man irgendwie helfen…“ Es kann noch ein langer Abend werden…

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