Zu Hause – Tag 158

„Der Papiermüll ist geleert und wird geputzt!“ sagte der Sohn, als er mit der Mutter wieder aus dem Keller kam. Er verkündete es, als hätten sie gerade einen Impfstoff gefunden. Ich war gerade damit beschäftigt, ein passendes Spielzeug für die Tochter zu finden. Sie bekommt inzwischen einen Wutanfall, wenn man ihr etwas wegnimmt, was sie nicht haben darf. Sie bekommt sowieso sehr viele kleine Wutanfälle. Muss sie wohl, so als kleine Schwester.

Der größte Teil des Tages gehörte unserem Besuch in einem Wildgehege bei Ammerbuch. Nachdem wir das Gehege endlich gefunden hatten, das eher so mittel gut ausgeschildert ist, durchschritten wir die Pforte in die Wildnis und wurden von grunzenden Wildschweinen begrüßt.

Die Schweine mochten uns gleich, weil wir alte Brezeln dabei hatten. Sie stritten sich um jedes Stück und Sohn und Tochter konnten sich einiges für zukünftige Auseinandersetzungen abschauen. Nach den Wildschweinen kam die Superwellenrutsche auf dem Spielplatz, die der Sohn brav auf dem Schoß seiner Mutter absolvierte.

Danach kamen die Hirschkühe, oder irgendwelche Hirsche ohne Hörner. Wir fanden nicht heraus, wie sich das bei Hirschen jetzt ganz genau verhält. Und dann kamen die Muflons, die Wildschafe sind, wie die Mutter überrascht feststellte. Die Muflons konnte man mit Gras füttern. Nur wurden sie von so vielen Kindern mit Gras gefüttert, dass sie enttäuschend schnell satt waren.

Der Sohn entdeckte daraufhin seine Leidenschaft fürs Klettern wieder. Wir kehrten zum Spielplatz zurück und er wurde nach zwei Stunden auf dem Gelände langsam warm mit der neuen Umgebung. Wir machten noch ein Picknick mit Grissini, Fruchtriegeln und Apfelstücken und traten den Heimweg an.

Das Abendessen war geprägt von Sprints des Sohnes, die die Tochter mit Gekicher goutierte. Sie ließ sich von der Mutter füttern, drehte aber ruckartig den Kopf weg, wenn sie den Löffel abgeschleckt hatte, um sofort wieder zu sehen, was der große Bruder da machte. Er rannte durch die Wohnung und ließ sich auf den Teppich fallen. Hundert Mal.

Vor dem Schlafen gehen klopfte der Sohn noch im Wickelraum an und sagte mit einer Puppe in der Hand: „Kann ich Creme haben? Ich brauche die Creme für mein anderes Baby!“ Sein erstes Baby ist seine Schwester. Das andere Baby, die Puppe, wurde ordentlich eingecremt. Der Sohn fand es gar nicht lustig, als ich die Creme wieder abwischte und sagte, sie sei jetzt gut eingezogen.

Zwei oder drei Stunden später ging er dann trotzdem friedlich ins Bett.

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