Zu Hause – Tag 141

Der Sohn weckte mich. „Milch! Eine Milch!“ Danach konnte ich noch ein bisschen schlummern. Milchsnoozen sozusagen. Die Tochter wusste beim Frühstück gar nicht, was sie wollte. Später stellte meine Frau fest, woran es lag: Die Zähne kommen so langsam zum Vorschein. Das wird ein Spaß in den nächsten Tagen.

Die Kinder durften aufs Land zu den Großeltern. Meine Frau und ich hatten Zeit für unsere Schreibtische und für uns. Ich schrieb ein Gedicht über Ferien auf dem Bauernhof für die Reimpatrouille. Nach der Hälfte der Zeit begannen wir auch schon, die Kinder zu vermissen.

Wir fuhren am späten Nachmittag los, um die Kinder wieder abzuholen. Ich durfte zum ersten Mal einen echten SUV fahren. Er wackelt ein bisschen mehr, wenn es windet. Ansonsten machten alle kleineren Autos ehrfürchtig Platz. Aber vielleicht lag das auch an meinem Fahrstil.

Angekommen bei den Großeltern trafen wir auf vier kleine Kinder. Die Cousins hatten auch noch vorbeigeschaut. Die Geräuschkulisse ähnelte einer Großbaustelle. Wir gingen noch Kuchen essen, um uns vom ersten Schock mit Zucker zu erholen.

Das Abendessen drohte zunächst auch, in Chaos und Geschrei unterzugehen, aber irgendwie kriegte der Sohn sich wieder ein. Ich hatte zuvor mit ihm ein Buch über die Tiere der Welt vorgelesen. Der Opa wies mich netterweise darauf hin, dass die Namen auf der Seite neben den Abbildungen standen. Ich hätte sonst keine Ahnung gehabt, wie ein Kreuzschnabel aussieht, ein Fischotter oder ein Narwal.

Der Sohn kann die Namen der Tiere so erschreckend gut, dass ich mir manchmal einbilde er könne vielleicht schon lesen, ohne es jemandem erzählt zu haben. Zum Nachtisch gab es Melonen, die der Sohn dem restlichen Abendessen vorzog. Auf der Heimfahrt schliefen beide Kinder binnen Sekunden ein. Nur zu Hause dauerte es noch etwas. Der Sohn musste sich noch Filme über Lastwagen und die Müllabfuhr anschauen.

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