Zu Hause – Tag 126

Das Niesen des Sohnes heute morgen kündigte es schon an: Die nächste Woche wird wohl wieder eine Art Lockdown light. Er ist erkältet. Es scheint sich so eine Art Rhythmus etabliert zu haben: Eine Woche Kita – eine Woche krank. Seiner guten Laune tat das keinen Abbruch.

Das Frühstück verbrachte der Sohn immerhin die halbe Zeit am Tisch. Es gab Weißwurst. Da kann er nicht fehlen. Die Tochter schlachtete ein Stück Brot und mehrere Pfirsichfetzen. Nachdem es genug war mit der Wurst, wickelte sich der Sohn in den Vorhang am Balkonfenster.

Wir erklärten ihm, dass der Vorhang so dreckig werden würde. Er raste zum Metallschrank im Flur und holte einen Schuhschwamm, um zu putzen. Wir konnten ihn gerade davon abhalten, als er mit der nächsten Putzidee in Form von schwarzer Schuhcreme auftauchte.

Nach dem Frühstück las ich dem armen schniefenden Wesen aus Mitleid das ganze Sachbuch über Leben im Wald vor. Sein Kommentar: „Die kleinen Wildschweine sehen aus wie Zebras.“ Während er sich beim Mittagsschlaf von dieser Entdeckung erholte, sang ich mit der Tochter Johnny-Cash-Songs im Flur. Sie begleitete mich atonal.

Die Mutter ging mit den Kindern in die Stadt, ich machte Familiengroßeinkauf mit dem Auto. Als die Restfamilie zurückkam, sagte der Sohn: „Ich bin auf einem Esel geritten.“ Ich hatte ein idyllisches Bild von einem süßen Esel vor Augen, den ein Wanderzirkus Kindern zur Verfügung stellt, aber dann erfuhr ich, dass der Esel in einer Passage wohnt und 20-Cent-Stück frisst.

Beim Abendessen brachte der Sohn die Stimmung des Tages auf den Punkt, als ich ihn fragte: „Hörst du jetzt mal auf mit dem Quatsch?“ und er antwortete: „Ich weiß noch nicht so genau.“

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