Zu Hause – Tag 121

Der Morgen war ein episches Drama. Der Sohn und ich sind gleichermaßen Morgenmuffel. Ich quälte mich aus dem Bett, war aber wenig überzeugend, als ich aus der Dusche kam und sagte: „Los, aufstehen…“ Ist auch schwer, wenn man selber dabei denkt: „Aufstehen, so ein Quatsch. Warum muss überhaupt irgendjemand irgendwann aufstehen?“

Unter Tränen und Protest wurde der Sohn angezogen. Ich musste ihn vor der Kita-Tür noch seine Milch zu Ende trinken lassen. Selbst in der Kita wollte er erst nicht bleiben. Ich setzte mich mit ihm und der Tochter auf eine Bank. Nach zwei Minuten sagte ich versuchsweise: „Jetzt geht es aber, oder? Sagen wir mal Tschüss.“ Ich glaubte nicht an Erfolg, aber der Sohn stand auf und sagte: „Ja, Tschüss.“ und von da an war alles gut.

Ich cruiste mit der Tochter im Kinderwagen durch die Altstadt von einem kleinen Einkauf zum nächsten. Einen Teil der Zeit verbrachte sie wieder auf dem Arm, weil der Kinderwagen immer noch nicht ganz ihr Ding ist, aber es wird besser.

Nachmittags holten wir den Sohn ab. Er war wie ausgewechselt im Vergleich zum Morgen. Kein Wunder. Ich fragte ihn: „Was habt ihr gemacht heute in er Kita?“ „Geschlafen und gegessen und gespielt.“ Mehr kann man vom Leben nicht verlangen.

Die abendliche Pizza kommentierte der Sohn mit: Die ist aber hart. Wie Knäckebrot.“ Ich ging guten Gewissens die Improtruppe trainieren, die ich früher mal jeden Montag trainiert habe. Endlich wieder Szenenabläufe analysieren und vor allem Indiaka spielen. Es war sehr schön, bis die Mücken kamen. Jetzt sitze ich glücklich mit zerstochenen Beinen vor dem Rechner.

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