Zu Hause – Tag 119

Ich sagte heute Morgen: „Hier, deine Milch.“ Der Sohn sagte: „Stell sie einfach auf den Klotz im Schlafzimmer.“ und machte ungerührt sein Puzzle weiter. Manchmal schafft er es, dass man sich fühlt wie sein persönlicher Assistent.

Nach einem etwas öden Vormittag. Nur unterbrochen von Beschwerden der Tochter, ging ich mit den Kindern auf große Mission: Käse kaufen und zur Apotheke. Das klingt harmlos. Wir brauchten trotzdem zwei Stunden länger als geplant, bis wir das Haus überhaupt verließen. Meine Frau war auf einer Fortbildung.

Nachdem wir den Käse und die Medikamente hatten, kam der erste Höhepunkt des Tages für meinen Sohn: „Da ist ja der Piratenspielplatz!“ Ja, wir gingen auf den Piratenspielplatz am Anlagensee, der sonst zehn Minuten zu weit weg ist, um auf die Idee zu kommen, da einfach mal hinzugehen. Das zentrale Klettergerüst ist einem Piratenschiff nachempfunden.

Der Sohn kletterte, rutsche, schaukelte und führte mich nacheinander in verschiedene kleine Häuschen, die ohne besondere Funktion am Rande des Spielplatzes stehen. Der größte Spaß war es offenbar, in eins der Häuschen zu gehen, sich für zwei Millisekunden dort auf eine Bank zu setzen und dann weiterzuziehen ins nächste Häuschen.

Auf dem Heimweg blieben wir am Neckar hängen: Tretboote und Stocherkähne sind wieder unterwegs. Da kann man auch mal eine halbe Stunde zuschauen: „Und was ist das da?“ „Das ist ein Tretboot.“ „Und das da?“ „Das ist auch ein Tretboot.“ „Und das da?“ „Ein Stocherkahn.“ „Und was ist das?“ „Wieder eine Tretboot.“

Als wir heimkehrten, war auch die Mutter wieder da. Ich fuhr Familiengroßeinkauf machen, die Mutter ging mit den Kindern später wieder auf den Spielplatz. Vorher wurde in meiner Abwesenheit noch im Schlafzimmer gebaut. Eine Waschanlage für den Eisbär. Der Eisbär wurde „gebürstet und gewürstet“, ihm wurden die Krallen geschnitten und natürlich die Zähne geputzt.

Ich kam mit reicher Beute zurück. Endlich hatte ich für die Tochter einen Latz mit Ärmeln besorgt. Wobei ich in weiser Voraussicht auch einen für den Sohn mitgebracht hatte. Meine Frau stellte die richtige Frage: „Warum gibt es solche Latze eigentlich nicht für Eltern?“ Vielleicht hat es was mit Würde zu tun.

Zu guter Letzt schreckte ich nochmal kurz auf, weil der Sohn mit der Nagelschere durch die Wohnung rannte. Dann waren sogar die Kinder müde. Und schafften es irgendwie ins Bett.

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