Zu Hause – Tag 111

Der Sohn stand ganz ok auf, in der Kita dann das Drama. Er brüllte noch, als ich ging. Ich war mir nicht sicher, ob nicht gleich ein Anruf von der Kita kommt, dass ich ihn wieder holen soll. Es kam aber nichts. „Wenn du weg bist, ist es in zwei Minuten vorbei.“ Das sagen sie immer und es scheint zu stimmen. Irgendwann in diesen Tagen musste das ja mal passieren.

Vormittags spielten wir Ball mit der Tochter. Sie ist noch begeisterter davon, als es ihr Bruder schon war. Ein echtes Wurftalent. Zum Aufstehen hatte sie auch schon ihren Schnuller aus dem Bett geworfen.

Meine Frau und ich bauten das Kinderbett auf. Ist so ein faltbares Reisebett. Ich bin schon häufiger an diesen Dingern verzweifelt. Ich mache es immer falsch. Man könnte auch einfach mal ein Schild anbringen, auf dem steht: „Erst die Seitenteile einrasten, dann den Boden runterdrücken, nicht umgekehrt!!!“ Ich war schon drauf und dran, das Ding aus dem Fenster zu schmeißen.

Die Tochter versuchte in der Abendsonne den Schatten ihres Spielzeugs zu fangen. Ich kochte Risotto. Der Sohn hatte den Tag in der Kita überlebt. Er brüskierte mich als Poet mit der zusammenhangslosen Feststellung: „Das Gedicht muss man absperren!“ Aber es beschreibt die Realität eines Künstlers gerade sehr genau. Wäre eine neue Kunstform für diese Zeit: Das abgesperrte Gedicht.

Kurz vor dem Schlafen gehen sagte der Sohn noch: „Ich bin geimpft. Jetzt impf ich meine Schwester.“ Er wollte ihr sicher was Gutes tun. Wir waren alle müde und gingen in unterschiedliche Geschwindigkeiten ins Bett.

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