Zu Hause – Tag 102

Kaum sind hundert Tage um, werde ich nachlässig. Gestern gab es keinen Beitrag hier. Ich hatte aber auch gute Gründe: Ich war beim Tübinger Poetry Slam aufgetreten mit einem Zusammenschnitt der besten Stellen aus den Beiträgen dieser Serie und ihn prompt gewonnen. Danach kam ich nicht mehr zum Schreiben.

Gestern morgen las der Sohn im Bett Pixie-Bücher statt zu frühstücken und sagte später zu seiner Mutter: „Du bist ein großer Schatz!“ Den Rest des Tages war ich anderweitig beschäftigt.

Der Sohn war noch beim Turnen mit der Mutter. Ich war noch gelbe Säcke holen mit der Tochter. Die gelben Säcke werden gerade nicht von der Stadt ausgegeben, sondern von einem Schreibwarenladen. Aus Gesundheitsgründen.

Ich weiß jetzt nicht, warum oder für wen es gesünder sein soll, wenn man die gelben Säcke jetzt in einem anderen Gebäude abholt, aber sie werden sich sicher etwas dabei gedacht haben.

Zum heutigen Tag kann ich etwas mehr sagen:

Die Tochter spielte morgens mit ihrem Luftballon, der gerade ihr Lieblingsspielgerät ist, weil er so schön wegspringt und mit seiner Schnur wieder eingeholt werden kann, auf der es sich auch noch super kauen lässt. Der Sohn schlief aus, so dass ich eine ganze Dusche und ein halbes Frühstück schaffte, bis er auftauchte.

Ganz allgemein ist werfen für die Tochter gerade toll. Sie kann sogar schon beim Würfelspiel mitmachen. Man muss ihr nur ab und zu den Würfel aus dem Mund nehmen. Der Sohn und sie warfen johlend ihr Rassel durch die Wohnung.

Der Sohn erklärte mir zwischendurch: „Eine Schnulligiraffe kann fliegen.“ Anschließend baute er einen Zoo für mich, den man nur mit Schuhen betreten durfte. Das mit den Schuhen war ihm sehr wichtig.

Er wurde müde, legte sich zu mir aufs Sofa, machte leise Geräusche. Ich fragte ihn: „Was bist du für ein Tier?“ Er sagte: „Ich bin ein leises Tier. Ein leiser Schnauzbagger.“ Der „Schnauzbagger“ kommt bei ihm häufiger vor. Ich glaube, es ist für ihn die ideale Verbindung aus Tier und Fahrzeug.

Der Tag plätscherte so dahin. Ich hatte die Tochter im Tragetuch, der Sohn steckte mir Bauklötze in die Tasche. Später lag er vor mir, telefonierte mit einer Tasche und sagte: „Ich rufe für dich beim Doktor an, Papa. Du musst da hin. Du bist krank.“ Sehr aufmerksam von ihm, aber ich war nur müde.

Nachmittags wurde ich abgelöst und durfte ins Tai Chi entschwinden. Ich war sehr entspannt, bis ich wieder heimkam und den randalierenden Sohn bespaßen musste, der zwei Stunden später endlich einschlief.

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