Zu Hause – Tag 90

Mein Frühstück bestand heute aus Knäckebrot. Wir hatten es in dem ganzen Trubel nicht mehr geschafft, ein Brot zu kaufen. Als kulinarische Erfahrung war es gar nicht so schlecht. Davor waren wir zu viert im Bad, was eine gewissen Geräuschkulisse und Chaos bedeutet, aber auch effizient ist.

Der Sohn zeigte seine Eigenschaften als Haushaltshilfe. Spülmaschine ausräumen und Wäsche aufhängen begeistern ihn. Ich bin gespannt, ob das den Rest seines Lebens so anhält.

Ich ging mit den Kindern auf den Spielplatz, um meiner Frau etwas Zeit zum Arbeiten zu geben. Arbeit wirkt in diesen Zeiten wie eine Art von Erholung, was sie ja nur selten ist. Auf dem Spielplatz spielte der Sohn mit Stöcken: „Dieser Stock ist ein Schnellkäfer.“ und kochte mit einem anderen Mädchen Sand auf dem Klettergerüst.

Nachmittags bekamen wir Besuch. Zwei Mädchen durften die Tochter im Arm halten, die sich sichtlich über weibliche Gesellschaft freute oder darüber, auch mal im Mittelpunkt zu stehen.

Beim Abendessen lupfte ich den Sohn in seinen Stuhl, wozu er sagte: „Du bist der Papa-Lift.“ Er war nicht lange am Tisch zu halten und spielte Lego, wobei meine Frau das Wort „Arbeiterkaste“ zu hören glaubte, was uns schon etwas verwirrte, aber vielleicht meinte er damit auch einfach seine Eltern.

Die Tochter war schnell müde und schlief ein, was sie ganz gut beherrscht. Der Sohn ist immer noch wach. Er zog alle Register, was die Schlafvermeidung anging. Ich habe Hoffnung, das er jetzt einschlafen ist, sonst muss ich diesen Text unterbrechen und auch noch mal ran. Wenn er so weiter macht, sehe ich für ihn nur eine Zukunft im Partybereich, alles andere wäre völlig gegen seinen Rhythmus.

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