Zu Hause – Tag 72

„Hihi, ich bin ein Lachgespenst!“ – so eröffnete der Sohn den Montag. Nach dem tollen Tag gestern, konnte der heute erstmal nicht besser werden. Wir kämpften uns durch einen Vormittag voller Wutanfälle. Unter anderem, weil der Sohn unbedingt den „Affen-Film“ sehen wollte. Leider wussten beide Eltern nicht, was gemeint war.

Mittags war ich mit den Kindern auf dem Spielplatz. Das besserte die Laune. Der Sohn kann inzwischen klettern, dass mir schwindelig wird. Er warf Sand in eine Röhre und sagte: „Ich will den ganzen Tag hier Sand rein machen.“ Der ganze Tag dauerte dann eine halbe Stunde, während der er murmelnd zwischen verschiedenen Röhren und Eimern hin und her kletterte: „Des passt noch rein und des…des sind die Flocken…in die Glocken…“

Beim Bäcker durfte er sich was zu essen aussuchen: „Ich will a Weckle – ohne Körner!“ Das bekam er. Die Tochter bekam zu Hause Brei. Schon ihr Bruder war früher eher schwer zu füttern, aber sie hat zusätzlich die Gewohnheit, einem den Löffel wegzunehmen und dann kräftig zu schütteln. Ich sah nach kurzer Zeit aus wie ein abstraktes Karotten-Kunstwerk.

Der Sohn kletterte während der Fütterung auf den Tisch vor uns, quiekte und kreischte: „Sie hat den Papa dreckig gemacht!“ Ich hatte mir eine Pause verdient und die Kinder durften in guter Begleitung auf den Spielplatz. Der Sohn kletterte noch mehr und kam mit leicht blutiger Nase zurück. Es war also ein voller Erfolg.

Zu Hause kochte der Sohn noch etwas mit Knete. Und er erklärte auch, warum das möglich war: „Wir haben tatsächlich neue Knete gekauft!“ Tja, die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, sagt Wittgenstein. Ich fragte noch, was der Sohn aus Knete kochte. Er sagte: „Papasilie“.

Beim Abendessen flippte er noch komplett aus. Baute vorher Höhlen aus unseren Matratzen und lieferte zum Schluss die perfekte Erklärung für sein Verhalten: „Ich bin doch schon groß und klein.“

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