Zu Hause – Tag 58

„Einen Schlauch! Wir brauchen einen Schlauch!“ mit diesen Feuerwehrhauptmannsbefehlen begann der Tag. Nachdem mein Sohn das gesagt hatte, fügte er noch hinzu: „Den kannst du doch mal suchen.“ Ich suchte dann erstmal seine Kleidung.

Es war ein echter Regentag. Alle erfreulich müde, ha! Der Vormittag war noch geprägt vom ein oder anderen Wutanfall, weil ich nicht bereit war auf meinem Smartphone nach dem Sendung-mit-der-Maus-Krankenwagen-Video zu suchen, aber danach ging es steil aufwärts. Wir schafften es sogar, Leergut beim Supermarkt abzugeben und entdeckten auf dem Weg eine Nacktschnecke. Mehr kann man an einem Tag nicht erreichen.

Passend zur Witterung durfte ich viel vorlesen. Unter anderem ein Petterson-und-Findus-Buch, in dem ein Hahn mit seinem Krähen nervt. Lustigerweise krähte auch die kleine Schwester immer lauter, während der Hahn im Buch alle auf dem Bauernhof vergraulte. Mein Sohn fand es nicht lustig.

Außerdem wurden mir noch die „Geschichten aus Schmunzeldorf“ aufgezwungen. Ein uraltes Buch mit lauter Tieren, die zusätzlich zu ihren Tiernamen immer noch sprechende Namen haben, wie „Herr Prachtkerl“, „Frau Pfiffig“ oder „Feuerwehrhauptmann Weidenbank“. Ich überlege schon, die „Geschichten aus Nervenstadt“ zu schreiben, in denen „Postbote Psychopath“ sich mit „Nachbarin Fensterbank“ streitet.

Beim Abendessen, das immer der Tagesordnungspunkt ist, an dem wir alle seltene Momente der Klarheit erleben, fragte meine Frau unseren Sohn: „Und ist es eher gut oder eher doof eine kleine Schwester zu haben.“ Der Sohn antwortete treffsicher: „Doof-gut.“

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