Zu Hause – Tag 55

„Hier hast du auch ein bisschen Sonne.“ sagte mein Sohn. Und die hatte ich auch nötig. Wie immer in diesen Tagen. Aus Dankbarkeit las ich ihm ein Buch über Elefanten vor. Ehrlich gesagt wollte ich es gar nicht lesen, sondern nacherzählen. So ungefähr: „Hier ist der Elefant im Wasser. Da sind Vögel bei den Elefanten…“

Mein Sohn hat aber inzwischen kapiert, dass ich nur sage, was man auf den Bildern sieht, das Buch aber auch einen richtigen Text hat. Er sagt jetzt immer: „Nein! Richtig lesen!“, wenn ich wieder mit meinen dilettantischen Bildbeschreibungen anfing. Ich musste also vorlesen, dass der asiatische Elefant eine Art Höcker hat, der afrikanische eine Delle, dass die einen vorne vier Zehen und die anderen vorne fünf Zehen haben und andere harte Fakten.

Zwischendurch durfte ich heute völlig erwachsene Dinge tun: Mit dem Elterngeld-Antrag kämpfen und Reifen wechseln fahren. Ich konnte eine Stunde in einem Autohaus rumsitzen, lesen und zuschauen, wer seine Maske wann, wo und wie aufsetzt und wer gar keine trägt. Die neue Mode scheint zu sein, die Maske unters Kinn zu klemmen. So nach dem Motto: Kein Problem, wenn ich sie brauche, kann ich sie sofort wieder aufsetzen.

Der Sohn machte weiter tolle Dinge, baute aus meinen Hausschuhen eine Schranke, legte die Puppenwiege daneben und sagte: „Das ist der Rumpf, da sind die Flugzeugteile drin.“ Bevor ich fragen konnte, wo denn der Flughafen sei, war er schon weitergezogen zum „Feuerwehreinsatz“. Der Einsatz war sehr dringend. Er sagte: „Da klemmt jemand ein!“ Inwzischen guckt er nicht mehr Leo Lastwagen, sondern den Film über die Kölner Feuerwehr aus der Sendung mit der Maus.

Beim Essen betrachtete der Sohn seine kleine Schwester und bewies, wie sehr ihn die Ausflüge aufs Land geprägt haben. Sie kaute an einem Stück Brezel herum und er sagte: „So machen das die Kühe auch.“

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