Zu Hause – Tag 44

Der Tag hatte etwas von exponentiellem Wachstum. Erstmal passierte sehr lange nichts. Das größte Ereignis neben einigen Schreiattacken und der abwechselnd von beiden Kindern unterschiedlich vorgetragenen Forderung nach Milch war, dass mein Sohn beim Autos zeichnen zu mir sagte: „Da muss noch ein Strich dran an des Auto. Dann hält des besser.“ Ich malte noch einen Strich.

Ansonsten stand der Tag lange unter dem Motto: „Ein Schäflein macht ein Schläflein.“ So beschrieb der Sohn den Schlaf seiner Schwester. Er beschrieb ihn noch ausführlicher, aber den Rest verstand ich nicht. Wie ich auch schon gegen Abend den Ausruf: „Ich bin ein kleiner Amu!“ nicht verstand.

Wenig später kam etwas Licht ins Dunkel, als er mit einem Stock in der Hand um den Tisch lief und dazu „Amerika, Amerika!“ sang. Gerade eben fiel mir noch ein, dass es doch sehr nach dem Song „Amerika“ von Rammstein klang, aber das möchte ich jetzt ganz schnell wieder vergessen. Sonst müsste ich mich fragen, woher mein Sohn Rammstein-Songs kennt.

Nach einem schläfrigen Tag kehrte der Sohn so Abends zu seiner soveränen Rolle zurück. Vielleicht hatte ihn auch der Videoanruf beim Opa beflügelt. Als ich seinen Stuhl vom Balkon ins Wohnzimmer zurück trug, wies er mich auf jeden Fall ein wie in eine Parklücke.

Und dann kam das Highlight des Tages. „Den Papa verstecken“ – Ein schönes Spiel, das darin bestand, dass ich immer in einen Raum der Wohnung gehen musste, in dem er gerade nicht war. Auf dem nächsten Level wurde zusätzlich auch immer die Tür hinter mir zugemacht. Und dann kam das nächste noch krassere Level: „Papa und Mama verstecken“. Außerdem dachte er sich noch Begründungen aus dafür, dass wir die jeweiligen Räume nicht verlassen durften wie „Du bist nicht lieb.“ und „Du hast das Bild runtergeschmeißt.“ Ich freue mich schon darauf, wenn wir das mit der ganzen Großfamilie spielen.

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