Zu Hause – Tag 38

Ein verrückter Tag. Heute gab ich mein erstes Seminar online. Ich bin ja sonst schon manchmal etwas verwirrt, aber ein Seminar zu halten, während man auf seinem Rechner live vor aller Augen nach der richtigen Datei sucht ist noch mal eine Stufe höher, als wenn man das Tafelbild ein bisschen verhunzt hat.

Mein Sohn hatte auch einen etwas schrägen Tag, begrub seine Schwester unter Tüchern und sagte: „Sie ist ein Gespenst!“ Kurze Zeit später bewies er wieder seine Eloquenz, setzte einen Teddybär dazu und sagte: „Der Teddy betrachtet des.“ Ich überlege ernsthaft, ob er nicht bald schon so weit ist, dass er meine Steuererklärung machen kann.

Zwischendurch hatte ich noch Gesangsunterricht. Via Skype. Immer wieder eine Herausforderung, sich aufs Singen zu konzentrieren, wenn man nebenher auf dem Rechner sieht, welche Mails gerade ankommen. Die Soundqualität ist natürlich nicht die beste, aber meinen Gesangslehrer scheint es nicht zu stören. Er sieht wahrscheinlich an meinem Gesichtsausdruck, wie ich gerade klinge. Ich sang, passend zu diesen Tagen, einen Blues.

Beim Abendessen fragten wir unseren Sohn: „Ist es nicht schön, dass wir hier alle so zusammen sind?“ „Nein, nicht schön.“ „Wieso? Was wäre dir denn lieber?“ „Nachtisch.“ Kurz danach schaute er noch etwas verloren in die Abenddämmerung und sagte: „Schwert und Feuer.“ Ich glaube, er brauchte ganz dringend etwas Schlaf.

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