„Heute kocht die Mama!“ sagte mein Sohn, als er seine Mutter heute morgen den Kaffee kochen sah. Sonst koche meistens ich. Nicht weil meine Frau nicht kochen könnte, sondern weil ich mehr Vorliebe für Tätigkeiten habe, die man seltsames Zeug vor sich hinmurmelnd alleine machen kann. Darin ähnele ich unserem Sohn. Und es sind alle ganz froh, dass eines meiner Hobbys so normal ist.

Heute war ja Ostern, das Fest der Auferstehung Christi, das natürlich mit dem Suchen von allerlei Geschenken gefeiert werden musste. Und unser Sohn bekam neben sehr viel Schokolade auch noch etwas ganz Besonderes geschenkt: Ein Laufrad! Seine Reaktion bestand darin, die Tüte mit Schokolade, die auch noch am Laufrad hing, genauer zu inspizieren und das Laufrad komplett zu ignorieren. In zwei Wochen ist er bestimmt verrückt nach dem Ding. Nur ging der Plan, ihn zwei Stunden komplett mit dem Laufrad zu beschäftigen jetzt nicht so ganz auf.

Seine Schwester war auch im Glück. Sie durfte das Einwickelpapier der Schokoeier bearbeiten, das sie mit der Präzision eines Panthers zu schnappen pflegt. Nach ausreichender Versorgung mit Zucker für die nächsten zehn Jahre konnten wir das Haus für einen Ausflug verlassen.

Der Ausflug führte zu den obligatorischen Hasen, Pfauen, Pferden und Kühen. Auf einem Feldweg sang unser Sohn dann noch die Hit-Single der Stunde: „Lange, lange, Langeweile!“ Danach regnete es noch, was in dieser Zeit ein echtes Ereignis ist.

Wieder zu Hause die Erkenntnis: Wenn das Kind erstmal ordentlich gegessen hat, nachdem es erst meinte keinen Hunger zu haben, kann es problemlos nochmal eine Kompanieration Schokolade vertilgen. Meine Frau meinte nur: „Es ist nicht Ostern. Es ist das Tübinger Schokoladenfest.“

Kurz erörterten wir noch, ob die kleine Schwester nicht baden müsste, was mein Sohn so kommentierte: „Ja, sie stinkt.“ Und nach einem kurzen Schnüffler in meine Richtung: „Papa stinkt auch.“ Zu seinem Glück sagte er das, nachdem er seine Schokolade schon erhalten hatte. Sein Pech, er schläft mit mir in einem Zimmer.

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