Zu Hause – Tag 28

Es ist halb zwölf und beide Kinder schlafen, yeah! Heute dauerte es noch länger als sonst. Immerhin sind sie noch am selben Tag ins Bett gegangen, an dem sie aufgestanden sind. Der Tag war aber auch aufregend. Ein schöner Ausflug aufs Land, inklusive Ausritt für den Sohn, der eine ganze halbe Stunde auf dem Gaul geblieben ist.

Vorher und nachher ein Kurzbesuch bei engerer Verwandtschaft mit dem Versuch, anderthalb Meter Abstand zu halten. Es hat mich etwas an absurdes Theater erinnert. Noch bis vor kurzem wäre das eher eine Regieanweisung von Beckett oder Ionesco gewesen.

Der Tag fing auch schon ganz lustig an, als der Sohn sich den Fuß unter der Badtür eingeklemmt hat. Also nur so viel, dass es für einen Schreck reicht. Ich dachte noch: Das passiert mir nicht mehr, ich habe meine Motorik voll unter Kontrolle, bis ich fünf Minuten später meine Schranktür öffnete.

Vor der Abfahrt spielten wir noch eine Partie „Mauseschneider“ Dieses Spiel hat mein Sohn erfunden. Es hat sehr ausgefeilte Regeln: Man ruft sehr laut „Mauseschneider!“ und wirft einen Ball irgendwohin. Die andere Person holt den Ball, ruft sehr laut „Mauseschneider!“ und wirft ihn ihrerseits irgendwohin. Baseball ist nichts dagegen.

Als wir wieder nach Hause kamen und die Autofahrt hinter uns hatten, die die Kinder schlafen ließ und damit wohl für ihr spätes ins Bett gehen sorgte, glänzte mein Sohn mit einer weiteren simplen Weisheit. Ich war gerade dabei ihn aus dem Auto zu holen und dachte, er könnte es auf sich nehmen, ein bisschen zu laufen. Er hauchte nur: „Ich kann sitzen. Laufen kann ich nicht.“

Vor dem Abendessen mussten noch die Füße gewaschen werden. Ich stellte ahnungslos meinen Sohn in die Badewanne, machte das Wasser an, packte die Brause und …musste sie ganz schnell wieder ausmachen, weil der Kleine zurückschreckte wie eine Maus vor der Schlange. Ich wusste gar nicht, dass er so panisch ist, was Wasser angeht, seine Mutter half ihm mit ihrer sensiblen Art, dieses Trauma zu überwinden.

Beim Essen schaute ich gerade auf mein Handy, als ich neben mir Gemurmel hörte: „….Es muss noch dunkler werden…“ Ich dreht mich um und erkannte, was damit gemeint war. Mein Sohn hatte seine Hände mit Pesto eingerieben und war mit dem Gesamtbild noch nicht ganz zufrieden.

Wir gingen also Hände waschen und ich erkannte: Wenn man den Wasserhahn selbst bedienen darf, kann von Angst vor dem kühlen Nass keine Rede sein. Ich hätte vielleicht auch nicht wieder weggehen dürfen. Zumindest hatte ich kurze Zeit darauf noch das Vergnügen, das Bad zu wischen. Wir haben zwar einen Überlaufstopp am Waschbecken, aber wenn ein schlaues Kind den mit einem Handtuch verstopft, bringt er natürlich wenig. Man kann also sagen: Ich habe heute wieder viel gelernt.

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