Zu Hause – Tag 26

Ich erwachte aus wirren Träumen um halb fünf. „Bitte eine Milch.“ sagte der Sohn. Muss der Hyper-Vollmond sein. Später war ich dann nicht mehr ganz so verwirrt, als es hieß: „Jetzt zieh ich dir dir Decke weg!“ Begleitet von dem schönen neu gedichteten Lied: „Alle Tiere heißen Mubraz!“ starteten wir in den Tag.

Noch waren unsere Nerven einigermaßen intakt. Da verkraftet man es auch, wenn das Kind durch den Flur rennt, sagt: „Ich bin ein Muss-Pferd“ und dann beim Hände waschen hohe Schreie ausstößt, die wohl irgendwie zu dem Pferd gehören sollen. Vielleicht leidet das Pferd unter all dem, was es muss und heißt in Wirklichkeit Eltern-Gaul.

Ich bin übrigens sehr dankbar, dass unser Waschbecken einen Überlauf-Stopp hat, sonst würde beim „alleine Hände waschen“ immer die komplette Wohnung unter Wasser gesetzt.

Ich war unendlich dankbar, dass meine Frau es wieder auf sich nahm, mit den Kindern einen Ausflug zu machen. Als Eltern begegnet man sich in dieser Zeit nur in kurzen Momenten auf dem Flur, in denen man Dinge sagt wie: „Danke!“ oder „Es geht schon, ich habe nur einen leichten Hörsturz.“

Immerhin haben wir alle zusammen als kleine Kolchose der Fahrzeugfertigung auf Wunsch unseres Sohnes nach dem Abendessen noch einen Kran gebaut. „Zusammen bauen“ heißt: Er baut – wir schauen zu. Ab und zu nimmt man einen Legostein und sagt: „Das hier könnte doch das Lenkrad sein.“, woraufhin man sofort korrigiert wird: „Nein! Hat kein Lenkrad, aber das hier ist der Kofferraum!“. Wobei es sich natürlich um einen Handschuh handelt.

Versöhnt wurde ich von meiner kleinen Tochter, die mir am Schreibtisch zu später Stunde Gesellschaft leistete und es mir mit einer musikalischen Einlage dankte. Zumindest glaube ich, dass es Musik war. Nach einigem Überlegen wusste ich auch, was sie für eine musikalische Form gewählt hatte. Gerade übt sie eindeutig tibetanischen Tempelgesang.

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