Zu Hause – Tag 21

Der Tag fängt mit einer Operation an. Ein Puzzleteil ist entzwei. Oder wie mein Sohn es formuliert hat: „Guck mal, des ist abgegangen!“ Ich habe geflucht und mich mit Tesafilm und Schere an den Eingriff gemacht. Es gibt so Dinge, bei denen man als Eltern eine merkwürdige Sorgfalt entwickelt. Eines davon ist bei mir Puzzleteile flicken. Ich gebe mir da viel Mühe. Auch weil ich weiß, dass die Puzzles meinen Sohn bei Laune halten.

Nachdem Mutter und Tochter sich erhoben hatten, wurden wir dann alle „gestempelt“. Mit Lego. An der falschen Stelle kann das Schmerzhaft sein. Die Frage, was auf dem Stempel steht, stellt man besser nicht, sonst bekommt man Antworten wie: „Utkaparumbazoi!“ „Was? Das steht da drauf?“ „Ja! Utkaparumbazizoi!“

Zur Entspannung nach einem etwas turbulenten Frühstück durfte ich mit dem Auto flüchten und Großeinkauf machen. Nachdem ich meinen Fluchtwagen abgestellt hatte, bot sich mir im Biomarkt das übliche Bild: Security, die alle nett begrüßte, geklebte Markierungen auf dem Boden und die gleichen engen Gänge wie immer. 1,50 Meter Abstand halten war hier praktisch unmöglich. Weil das niemand zugeben konnte, fuhr ich auf der Suche nach Nüssen zehn mal im Kreis. Einfach umdrehen ging ja nicht, das hätte alle Versuche, Abstand zu halten, vereitelt.

Und dann der große Moment: Es gibt noch Klopapier! Im Gegensatz zu anderen haben wir keinen Vorrat angelegt und darauf vertraut, dass sich das alles bald beruhigt. Nun war es eine Sensation. Wir sind jetzt stolze Besitzer einer Packung Super-Öko-Toilettenpapier aus Bambus. Als ich noch beim Drogeriemarkt nebenan einkaufen war, meinte sogar die Verkäuferin an der Kasse: „Was? Drüben gibt’s noch Klopapier? Super! Da geh ich gleich hin!“

Nach einigen weiteren Einlagen ging der Tag langsam zu Ende. Mein Sohn schlief neben mir ein. Im Einschlafen murmelte er noch etwas, was sich zunächst nach einer fremden Sprache anhörte. Erst dachte ich, er sei vielleicht doch die Reinkarnation eines buddhistischen, Mönches, der Mantras aufsagt, aber dann erkannte ich doch noch, was er da zum Einschlafen wiederholte. Es war das schöne Wort: „Motorroller“.

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